Die Teilnahmebedingungen von Projekt:Kultur auf dem Prüfstand Teil I

Die Teilnahmebedingungen von Projekt:Kultur auf dem Prüfstand –  Teil I

Projekt:Kultur ist ein alljährliches Stiftungsprojekt der NEUMAYER STIFTUNG, für das sich Schulen aller Schulformen bewerben können.
Projekt:Kultur fördert die Realisierung von Kulturprojekten in Jahrgangsstufen 7 bis 10 an ausgewählten Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit bis zu 10.000 Euro pro Schuljahr.

Das Team von Projekt:Kultur hat 3 erfahrene Projekt:Kulturler zu einem der drei besonders relevantesten Teilnahmebedingungen von Projekt:Kultur befragt: den teilnehmenden Jahrgangstufen (7.-10. Klasse). Wir wollten wissen:

 

  1. Projekt:Kultur richtet sich an 12 – 16 jährige. Ist diese Altersgruppe richtig für Projekt:Kultur?

Michael Tiedje: Schulleiter Evangelischen Schule Köpenick.

Ich glaube, dass diese Altersstufe genau richtig ist. Die Schüler:innen sind noch offen genug für solche Prozesse, d.h. sie gehen mit Freude und Neugier die Arbeit an. Sie bekommen Verantwortung übertragen, sie müssen sich selbst und in ihrer Gruppe organisieren. Das ist genau das, was sie in dieser Altersstufe brauchen, wofür sie einen Sinn haben und worin sie den Sinn sehen. Dabei ist es wichtig, dass sie ins Handeln kommen, dass sie über die gemeinsame Absprache und das gemeinsame Einüben ins Machen kommen.

 

Katharina Hänel:

Vorstand Verwaltungsleitung Montessori-Fördergemeinschaft Weilheim-Schongau e.V.:

Die Altersgruppe ist voll und ganz richtig, es ist die absolut richtige Stufe, denn ein Projekt in dieser Größe ist erst von älteren Schüler:innen zu bewerkstelligen. So große Projekte sind in der Grundschule noch nicht dran. Das käme mir so vor wie diese Kindergeburtstage, die wie Eventshows gefeiert werden und den Kindern bereits etwas geboten wird, was fast nicht mehr zu übertreffen ist, also völlig übertrieben ist.

Im Projekt:Kultur ist ein wesentliches Element die Aussenwirkung, also eine Aufführung, Ausstellung etc. und das passt erst zu Jugendlichen, ist für sie in ihrem Alter wichtig. Hinzu kommt, dass sie, die jetzt bald die Schule verlassen und in die Welt gehen von jemandem angeleitet werden, der aus der Außenwelt kommt; Jemand aus der Welt zeigt mir die Welt, aber parallel dazu habe ich jetzt noch meine Lehrer:innen, die mich dabei begleiten und unterstützen. Für die großen Projekte ist sogar erst die 9./10. Jahrgangsstufe richtig. Im Gegensatz zur 7./8. Stufe, in der sich wichtige empfindliche Entwicklungen von der Kindheit zur Jugend vollziehen, kann sich unter den älteren Jugendlichen schon mehr Resilienz herausbilden. Die 9/10 ist für große zeitintensive und sozialitätsbildende Projekte ideal.

 

Christa Martin:

Schulleiterin Mittelschule EmiLe Montessori-Schulverein München-Südost e.V.

Definitiv. Bei der 7. Klasse bin ich mir noch nicht so sicher, denn viele Siebtklässler sind noch extrem kindlich, spielen teilweise noch mit Lego, da wird ein Projekt über 2 Wochen schnell zu einer Überforderung. Viele Schulen leben eine Jahrgangsmischung 7/8, dann kann es funktionieren. Der Schwerpunkt sollte nicht auf der siebten Klasse liegen, sondern mehr auf der 9. Klasse, denn diese Altersgruppe ist schon in der Berufsorientierungsphase, wenn sie im Realschulzweig sind. Bei den Gymnasiasten würde ich den Fokus auf 9. und 10. Klasse legen. Im Großen und Ganzen ist die Fokussierung richtig, die 7. Klässler wären mir ein Tick zu jung.

 

  1. Was waren spezifische & auffällige Verhaltensweisen der Jugendlichen während des Projektes?

Michael Tiedje: Schulleiter Evangelischen Schule Köpenick.

Das ist ja eine Altersstufe, die noch dabei ist, sich zu finden, sich zu orientieren, ihren Platz in der Welt, in der Gruppe der Gleichaltrigen und im Verhältnis zu den Erwachsenen zu finden.  Die Jugendlichen erfahren den Umgang mit außerschulischen Expert:innen als etwas ganz Neues. Die Zusammenarbeit mit diesen Professionellen hat Ernstcharakter. Die Jugendlichen spüren, dass es jetzt Erwachsene gibt, die ganz andere Erwartungen an sie haben.

Spezifisch ist auch, dass es immer mal Durchhängephasen gibt. Das ist bei Projekten dieser Art normal und die Schüler:innen lernen, damit umzugehen. Sich selbst organisieren und andere motivieren, sich anzuspornen usw. ist ein ganz wichtiger Prozess an dieser Stelle.

 

Katharina Hänel:

Vorstand Verwaltungsleitung Montessori-Fördergemeinschaft Weilheim-Schongau e.V.:

Vor allem schwächere Schüler:innen, die sonst schulisch nicht so dabei sind, hatten durch die fremden Experten einen neuen Zugang und plötzlich eine Heldenrolle. Das war beeindruckend. Und dann gab es unter den Jugendlichen zunächst große Widerstände gegen das Projekt und gegen die  Experten. Es gab Skepsis bis hin zur Verweigerung. Da aber am Ende ein Ergebnis stehen musste – in diesem Fall eine Theateraufführung – ging es auch um einen Gesichtsverlust für alle. Auch der Künstler stand mit seinem Namen für eine gelingende Arbeit. Diese Widerstände mussten überwunden werden – und hier spielen die Lehrer:innen eine wichtige Rolle – so dass alle „die Kurve gekriegt haben“ und komplett eingestiegen sind. Am Ende stand eine große Aufführung mit großer Begeisterung bei allen. Das hat zu einem neuen Teamgeist geführt, zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen und mit dem Experten. Alle Lehrer:innen und Schüler:innen wollen es wieder machen und diese Entwicklung mit dem abschließenden Ergebnis erleben. Am Ende muss aber etwas Großes stehen, das macht erst die Wirkung und bringt die Motivationsenergie.

 

Christa Martin:

Schulleiterin Mittelschule EmiLe Montessori-Schulverein München-Südost e.V.:

Wir haben immer wieder Ablehnung, immer wieder Angst bei den Schüler:innen bemerkt, sich auf den Prozess und das Projekt einlassen zu müssen, denn sich zu blamieren vor den anderen Schülern wäre fatal.

Bei den Lehrern war eine Ablehnung im Vorfeld zu verspüren, denn sie standen nicht hinter dem Projekt, wollten lieber ihren Unterricht vorbereiten. Dies schaukelte sich bis zu Projektbeginn hoch und als das Projekt dann lief, war eine große Begeisterung zu spüren.

Beim unserem Tanzprojekt war nach 4 Tagen die Choreographie fertig erarbeitet und dann kam der typischen Hänger bei Projekten, denn der nächste Schritt stand an: das Üben. Hier waren Überzeugungs- und Motivationsarbeit von großer Bedeutung. Aber das Arbeiten auf die Aufführung hin, war dann wieder ein großes Ziel, auf das alle begeistert zugearbeitet haben.

Besonders hinweisen möchte ich noch auf die Tatsache, dass Projekt:Kultur nicht nur 2 Wochen an unserer Schule präsent ist. Die Zeit davor mit aller Vorbereitung ist spannend und besonders die Zeit danach bebt durch die Schule, denn die Akteure befinden sich in einem Hype, der ausgelebt werden darf mit Schwelgen in Erinnerung durch Teilen von Fotos und Videos. Dies ist für die Schulgemeinschaft eine besonders verbindende Zeit.

 

  1. Welche Entwicklungen haben Sie bei den Jugendlichen wahrgenommen?

Michael Tiedje: Schulleiter Evangelischen Schule Köpenick:

Ich merke eine „Ernsthaft-Werdung“, sie nehmen ihre Arbeit ganz anders und neu wahr. In der „Konkurrenz“ mit den anderen Gruppen im Projekt entwickeln sie ein Qualitätsbewusstsein. Sie sind extrem stolz auf ihre Leistung und lernen zudem, sich am Ende zu feiern. Sie wachsen als Gruppe und dann auch als Jahrgangsstufe zusammen.  Bei uns hat die 10. Jahrgangsstufe teilgenommen. Die Schüler:innen erinnern sich noch heute intensiv daran. Es verbindet sie sehr, dass sie gemeinsam diesen Prozess durchlaufen haben.

 

Katharina Hänel:

Vorstand Verwaltungsleitung Montessori-Fördergemeinschaft Weilheim-Schongau e.V.:

Dass die Schauspieler ehrlich zu den Jugendlichen waren, haben die Lehrer*innen zunächst nicht verstanden. Sogar noch auf der Weihnachtsfeier wurde darüber gestritten, ob man einem Schüler sagen darf: „Das spielst du nicht!“ (weil er es nicht gut konnte). Auf jeden Fall hat der konzentrierte und zielstrebige Umgang der Experten dazu geführt, dass die Perspektive geändert wurde. Den Jugendlichen wurde mehr abverlangt und auch mehr zugetraut.

Zugestehen und Zutrauen – diese beiden Haltungen waren immer im Spiel und wirken nach. Dass Anstrengung eine Voraussetzung für Qualität ist, das wurde allen bewusst, auch dass Energie erst durch Anstrengung entsteht.

 

Christa Martin:

Schulleiterin Mittelschule EmiLe Montessori-Schulverein München-Südost e.V.

Eine ganz starke Entwicklung sehe ich in der Stufengemeinschaft, weg von konkurrierenden Klassen hin zu „Wir sind eine Jahrgangsstufe“. Auch sind versteckte Talente entdeckt worden, aber auch die Erkenntnis bei einigen Schüler:innen, dass sie Tanzen doch können. Auch das Selbstbewusstsein der Schüler:innen hat sich auffallend gestärkt und das hat sich bis in die Prüfungsphasen im letzten Jahr fortgesetzt. Die Erkenntnis von jedem Einzelnen, das sie etwas undenkbar zu Realisierendes hinbekommen haben erzeugt Stärke und Motivation, das nächste undenkbar zu Erreichendes doch mit Fleiß und Fokussierung erreichen zu können. Ganz individuell. Losgelöst von den Jugendlichen sehe ich einen großen Entwicklungsschritt auch bei den Lehrern, denn dort ist das Gemeinschaftsgefühl stärker geworden und die Nachfrage nach Projekt:Kultur für Lehrer wird immer wieder angesprochen.

 

Zusammenfassend: Projekt:Kultur trifft die richtige Altersgruppe. Dies zeigt die Befragung deutlich und es zeigt auch, dass vieles bei den Schülerinnen und Schülern in Bewegung gesetzt wird.

 

 

 

Infoveranstaltungen Projekt:Kultur im Februar und April

Digitale Infoveranstaltung zu Projekt:Kultur am 07. Februar und 11. April 2024

Was ist Projekt:Kultur? Wir informieren!

In zwei digitalen Infoveranstaltung möchte die NEUMAYER STIFTUNG interessierten Schulleiter:innen, Lehrer:innen, Expert:innen und Kulturschaffenden das Förderprogramm Projekt:Kultur – Kulturarbeit an Schulen vorstellen.

Folgende Fragen wollen wir erläutern und beantworten:  

  • Was ist Projekt:Kultur?
  • Warum Projekt:Kultur?
  • Wer kann sich bewerben und wie?
  • Wie sind die Teilnahmebedingungen?
  • Wie läuft das Auswahlverfahren?

Darüber hinaus möchten wir in die Praxis gehen und Ihnen zwei Projekte vorstellen, die in diesem Schuljahr 2023/2024 im Rahmen von Projekt:Kultur realisiert wurden.

Im Anschluss an die Präsentation steht genügend Zeit zur Verfügung, weitere Fragen zu beantworten.

Diese Veranstaltungstermine stehen zur Verfügung:

7. Februar 2024, 16–17 Uhr – über diesen Link können Sie sich anmelden! 

11. April 2024, 16–17 Uhr – über diesen Link können Sie sich anmelden! 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: projekt-kultur@neumayer-stiftung.de

     

    Hauptsache Glück – Die Schule mit der Glücksagentur

    Hauptsache Glück – Die Schule mit der Glücksagentur

     

    Die Montessorischule Hausham nördlich vom Schliersee in Bayern und das engagierte Lehrerteam um Schulleiterin Mira Kammerer, Projektleiterin Louise Brand, Lehrerin Veronika Messert und Expertin Lydia Starkulla hat mit den Schüler:innen der 9. und 10. Klasse das Glück in die Schule gebracht.

    Lesen Sie, was die Schule in den zwei Projektwochen mit abschließender Aufführung erlebt hat:

    Hauptsache Glück! – Wir, das Lehrerteam und die Expertin, waren sehr glücklich, dass wir, unterstützt durch die NEUMAYER STIFTUNG, erneut ein großes Theaterprojekt starten konnten!

    Im vergangenen Schuljahr hatten wir in unserer Pilotgruppe bereits die großen Effekte für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen erlebt. Nun konnten wir daran anknüpfen. Sich selbst in Sprache, persönlichem Ausdruck und in einer „ernsthaften Herausforderung“ zu erleben, hat Spuren hinterlassen. Dies zeigte sich auch darin, dass, mit einer Ausnahme, alle Schülerinnen und Schüler des Vorjahres der Aufführung beiwohnten und die Freude mit ihren ehemaligen Mitschüler:innen teilten. Lisa, eine Schülerin des vergangenen Jahrgangs, reflektierte ihre persönlichen Erinnerungen und Erkenntnisse in unserem Beisein eindrücklich.

    Basierend auf unseren Erfahrungen planten wir den diesjährigen Ablauf etwas anders. Unsere Expertin wählte ein passendes Stück aus, nachdem die Schülerinnen und Schüler nach ihren Wünschen befragt worden waren. Sie bearbeitete dieses im Hinblick auf die teilnehmende Gruppe. Die Jugendlichen konnten das Stück mit vielfältigen Ideen gestalten und bereichern.

    Kurz zum Inhalt des Stückes (von Sabine Hrach, bearbeitet von Lydia Starkulla):

    Der Geschäftsmann Felix von Gluck verkauft Glucks-Bier und verdient dabei sehr viel Geld. Doch ein Imagewechsel soll her, also kauft er eine insolvente Glückskeksfabrik. Er engagiert Berater, die mit Werbespots versuchen, Bier und Kekse unter die Leute zu bringen.

    Aber er selbst fragt sich: „Was ist eigentlich Glück und wie bekomme ich es?“

    Er lernt Bea Lassleben kennen, die eine Glücksagentur leitet. Hier forscht sie zum Thema Glück.
    Nach anfänglicher Skepsis finden Bea und Felix immer mehr Gefallen aneinander, bis sie sich ineinander verlieben. Doch Felix versucht, sein privates Glück in einem Werbespot zu erfassen und verärgert damit Bea.

    Gar nicht so leicht, sein Glück zu benennen und zu finden …

    An einigen Einzeltagen im Vorfeld der Projektphase stellte unsere Expertin eine Beziehung zu den Mitwirkenden her und führte sie mit vielfältigen Spielen zu Bühnenpräsenz, Körpersprache und Stimme an die Theaterarbeit heran. Die 18 Schüler:innen der 9. und 10. Jahrgangsstufe haben sich mit dem Thema „Glück“ und der Frage: „Was macht mich glücklich?“ auseinandergesetzt. Ganz ohne Vorlage konnten sich die Jugendlichen so dem Thema nähern.

    Die inhaltliche Arbeit am Stück erfolgte. Rollenwünsche wurden erfasst, eine Rollenverteilung wurde vorgenommen. Alle Jugendlichen konnten sich auf das Thema einlassen und waren mit Spaß dabei!

    Ein Fotograf nahm ganz besondere Bilder von den Jugendlichen auf: Alle durften einen Gegenstand mitbringen, der ihr Glück repräsentiert. Es wurden „Glücksbilder“!

    Im Dezember startete die große Projektphase, diesmal mit einer Theaterwoche, die wir im Schullandheim Berchtesgaden verbrachten. Ganz ohne Ablenkung und zusätzliche Termine begann die intensive Probenarbeit. Sogar die Handys waren zuhause geblieben!

    Anhand eines Probenplanes wurde in Kleingruppen am Stück gearbeitet.

    Während kleiner „Ermüdungsphasen“ lernten wir, uns an dem Motto „Trust the Process“ zu orientieren.

    Impulse werden gesetzt, Erfahrungen werden gemacht und Samen werden gesät, deren Wirkung oft erst zu einem späteren Zeitpunkt spürbar oder erkennbar wird. Und trotzdem haben sie einen unschätzbaren Wert …

    Parallel zu den Proben haben die Schüler:innen, die gerade nicht im Einsatz waren, Schachteln für unsere Glückskekse gefaltet, Sprüche vorbereitet und die kleinen Präsente zusammengefügt. Hier konnten die Schüler:innen sich unterhalten, sich über das Stück, die Proben und Fragen austauschen und zwischen den Proben abschalten. (Die Glückskeksschachteln wurden am Ende des Theaterstücks an die Besucher verteilt).

    In der Folgewoche konnten wir drei Probentage im Bauerntheater Schliersee im altehrwürdigen, wunderschönen Rahmen verbringen. Die Theaterumgebung trug dazu bei, dass das Theaterstück weiter an Form gewann.

    Nun kam der 21.12.2023, der Aufführungstag: Am Morgen fand eine öffentliche Generalprobe mit jugendlichen Gästen aus unserer und anderen Schulen statt. Der Premiere am Abend stand nichts mehr im Wege …

    Im Eingang des Theaters wurden die Zuschauer:innen von 18 glücklichen Gesichtern auf großformatigen Fotos begrüßt. Im von den Schüler:innen gestalteten Programmheft wurden die Akteur:innen vorgestellt.

    Die Vorstellung wurde ein voller Erfolg! Der Applaus war groß, viele positive Rückmeldungen erreichten uns. Am Ausgang konnten die Zuschauer:innen eine der von den Jugendlichen angefertigten Glückskeks- Schachteln in Empfang nehmen.

    Nach einer kleinen Feier und Reflexion sind wir alle richtig glücklich und beseelt in die Ferien und das neue Jahr gestartet …

    Im Moment befinden wir uns in einer intensiven Vorbereitungsphase auf die anstehenden Prüfungen. Immer wieder einmal wandert das Blick der Jugendlichen zu einem Plakat der Glücksagentur, das im Klassenzimmer steht. Eine Glücks- Bierflasche wird in die Hand genommen. Gerne würden wir Gedanken lesen können …

    Eine Rückschau:
    Unsere Erfahrungen das Vorjahres haben uns sehr geholfen, in diesem Jahr das Projekt zu gestalten. Die Schullandheimwoche war ein entscheidender Bestandteil, den wir beibehalten werden. Hinsichtlich des Aufwandes für Expertin, Fotograf, Material, Theater kalkulierten wir innerhalb des vorhandenen Rahmens. Die Arbeit innerhalb des „bewährten Projektteam“ funktionierte einwandfrei und machte großen Spaß!

    Die Eltern der Schüler:innen standen dem Projekt in diesem Jahr ebenfalls sehr positiv gegenüber.

    Wir freuen uns sehr auf das nächste Projekt, für das schon weitere Ideen im Entstehen sind!

    Wir danken der Montessorischule Hausham für diesen tollen Bericht. Bei Fragen können Sie, liebe Newsletterabonnent:innen, sich sicher an die Schulleiterin Mira Kammerer oder an die Projektleiterin Louise Brand wenden.

    Sunny Side Up – der zweite Aufschlag der Ev. Schule Köpenick

    Sunny Side Up – der zweite Aufschlag der Evangelischen Schule Köpenick

     

    Jakob W.: „Es hat Spaß gemacht, weil es die Kreativität gefördert hat.“

    Lotte K.: „Ich fand es cool und abwechslungsreich, weil wir viel selbständig machen durften.“

    Ruben K.: „Mir hat das Filmprojekt gut gefallen, weil man neue Sachen kennengelernt hat, z.B. Schnittprogramme.“

    Elly O.: „Was war gut? Das Drehen, allein, selbst schneiden und ohne Noten. Was war nicht so gut? Zu wenig Zeit.“

    Jeremy J.: „Ich fand das Projekt einfach gut, da ich mir Kernkompetenzen wie Deadlines einhalten, Kommunikation in der Gruppe, Organisation und Filmgrundlagen aneignen konnte. Und dabei hatte ich auch noch Spaß.“

    Benno K.: „Am besten hat mir das selbständige Filmen und das Cutten mit den Profis gefallen.“

    Dies ist nur eine kleine Auswahl an Rückmeldungen von den Schüler:innen der zehnten Klasse der Evangelischen Schule in Köpenick, die in diesem Jahr das Handwerk der Improvisation und des Humors erlernt haben. Es ist ein Kurzfilm entstanden.

    Die Evangelische Schule in Köpenick hat nach der Teilnahme im Schuljahr 2022/2023 abermalig eine Förderung von € 10.000 für ihr neues Projekt „Sunny Side Up“ erhalten. Mit positiven wie negativen Erfahrungen mit der Projektarbeit aus dem ersten Jahr haben Schulleitung, Projektleitung und externe Expert:innen in diesem Jahr ein „noch nachhaltigeres“ Kulturprojekt mit den Zehntklässlern realisiert. Diese Form der Projektarbeit soll nun fester Bestandteil des Curriculums werden.

    Ein Frage-und-Antwort-Bericht der Schule zeigt sehr gut den Verlauf des Projektes:

    Was war das übergeordnete Ziel des Projekts?

    Ziel des „Humor-Projekts“ SUNNY SIDE UP war es, die kaum überblickbaren großen Probleme einmal außer Acht zu lassen und stattdessen Gemeinsamkeit sowie Alltagsfähigkeiten wie Witz, Agilität, Improvisations- und Kommunikationsfertigkeiten zu fördern. Humor sollte als Haltung zur Welt und als ein Handwerk erkundet werden.

    Welche konkreten Ziele wurden für das Projekt definiert?

    Das Handwerk der Improvisation und des Humors zu erlernen,

    •  um freie Spielsequenzen zu entwickeln,
    •  diese umzusetzen,
    •  diesen Prozess zu filmen,
    • einen Kurzfilm (Schnitt, Vertonung, Trick) daraus zu machen.

      Prinzipiell ging es darum, innerhalb des thematischen Rahmens „Humor-Projekt“ Kenntnisse und Fertigkeiten im Film (Entwicklung des Inhalts, dramaturgisches Konzept, inhaltlich-gestalterische Umsetzung in Schauspiel, Kamera, Bild, Ton, Geräusche, Animation, Filmmusik, Filmschnitt, Post-Produktion allg. einschließlich Werbung, Trailer, Filmplakat) zu entwickeln und zu erproben und das komplexe, auch sozial herausfordernde Zusammenspiel aller Gewerke im Film tatsächlich zu erleben.

    Welche Schritte waren erforderlich, um das Projekt umzusetzen?

    Wir haben zunächst im Team des Fachbereichs Kunst die Idee entwickelt, um dann in den Fachbereichen Darstellendes Spiel und Musik nach „Verbündeten“ zu suchen. Nach der Ideenfindungsphase wurden die externen Experten, die Impro-Theatergruppe „Gorillas“ sowie die Filmeditor:innen Matthias Costantini und Regina Bärtschi angefragt, welche sich die Zeiträume für die Projektarbeit jeweils freihalten mussten, bzw. andere Vorhaben umplanten.

    Nachfolgend wurden im schulischen Bereich die technischen Gegebenheiten überprüft und erweitert. Durch Aus- und Umplanungen während der Arbeitswochen waren wir Lehrerinnen und Lehrer in die Lage, die externen Experten in der Arbeit mit 90 Schüler:innen zu unterstützen sowie inhaltliche Teilbereiche wir Kamera, Filmmusik und Animation selbst anzuleiten. Für die Durchführung dieses umfänglichen und komplexen Projekts mit insgesamt elf gemischten Großgruppen aus insgesamt drei Klassen eines Jahrgangs waren folglich deutlich mehr als drei Externe Expert:innen nötig.

    Welche Ressourcen wurden benötigt?

    Personell waren in der ersten Woche sieben Schauspielerinnen und Schauspieler sowie temporär fünf Kolleginnen und Kollegen (Deutsch, 2x Kunst, 2x Musik) im Einsatz. Die zweite Projektwoche gestalteten ein Projektleiter Schauspiel, zwei Filmeditor:innen und die genannten fünf Kolleg:innen aus den Fachbereichen (temporär).

    Mithilfe des Fördervereins und privater Spenden sowie Zuwendungen des Schulträgers konnten wir bereits im Vorjahr einfaches Video- und Audioequipment erwerben und für unsere Zwecke nutzbar machen. Darüber hinaus haben wir mit den Devices der Schüler:innen (Handy, private Laptops, Standrechner) gearbeitet. Geschnitten, vertont etc. wurde mit Freeware. Seit 2023 verfügt der Fachbereich Kunst über 31 iPads. Als Programm für Animationen wurde hier auf Procreate zurückgegriffen.

    Die Zuwendung der NEUMAYER STIFTUNG benötigten wir für die Honorare der „Externen“.

    Welche Ergebnisse wurden im Rahmen des Projekts erzielt?

    Die Schülerinnen und Schüler entwickelten mit Unterstützung der „Gorillas“ das Drehbuch-Konzept für einen Kurzfilm, den sie nachfolgend gemeinschaftlich realisierten.

    Welche Endprodukte brachte das Projekt hervor und wie werden diese in den Schulalltag integriert?

    Die Kurzfilme wurden zum jetzigen Zeitpunkt in einer Kinovorführung zum Ende des Projekts gezeigt. Der Schulöffentlichkeit, den Eltern, Kolleg:innen und Interessenten wurden die Ergebnisse zum Tag der offenen Tür vorgestellt.  Ein Elternabend mit Filmgespräch wird zum Zeitpunkt von Schüler:innen vorbereitet.

    Wurden alle definierten Ziele erreicht? Falls nicht, welche Abweichungen gab es?

    Es wurden alle Ziele erreicht, die Zeit für die Filmproduktion (Drehprozess und Postproduktion) war allerdings knapp.

    Welche Learnings konnten Sie für die Klassengemeinschaft mitnehmen?

    Die Klassengemeinschaften haben in einem frei wählbaren zeitlichen und organisatorischen Rahmen sowohl klassenübergreifend als auch klassenintern an einem eigenen Produkt arbeiten können, was ein außerordentlich hohes Maß an Verantwortung und intrinsischer Motivation für den:die Einzelne:n und die Gruppe bedeutete. Dass die Gruppen vollverantwortlich prozess- und produktorientiert arbeiten konnten, ist eine Arbeitssituation, die im schulischen Rahmen nicht häufig entsteht, jedoch von hohem Wert ist. 

    Welche Reaktionen hat das Projekt bei den Schüler:innen ausgelöst?

    Ganz überwiegend Interesse und Lust am Arbeiten.

    Welchen Input konnte der:die externe Expert:in beisteuern? Wie verlief die Zusammenarbeit?

    Die Zusammenarbeit mit den Expert:innen verlief sehr gut und für beide Seiten äußerst erfolgreich.

    Die Schüler:innen waren und sind im hohen Maße daran interessiert, mit Profis zu arbeiten, die neben dem theoretischen und praktischen Wissen zur Sache immer auch weitere Kenntnisse zu den Berufen vermitteln. Wir als Schule können uns darüber hinaus ein Netzwerk an Expert:innen aufbauen.

    Gab es einen besonders schönen oder einprägsamen Moment, der Ihnen aus dem Projekt im Gedächtnis geblieben ist?

    Ganz sicher die Filmpremiere von „SUNNY SIDE UP“ im Kino „Union“ in Berlin-Friedrichshagen.

    Wie wurden alle Schüler: innen gleichwertig in das Projekt integriert?

    Die Arbeit in Filmteams und eine multiple, agile Aufgabenverteilung machte es möglich, dass alle Schülerinnen und Schüler im Projekt gut beschäftigt waren.

    Welche Aufgaben gab es im Projekt und wie wurden diese verteilt?

    Die Aufgaben richteten sich ganz nach den Erfordernissen des Produktionsstands. Sie wurden in der Vorbereitung, während der Stoffentwicklung, bereits grob verteilt und organisiert und nachfolgend in den Gruppen modifiziert. Bei Aufgaben, die technische Vorkenntnisse erforderten (Grundlagen des Filmschnitts), wurde darauf geachtet, dass in jeder Gruppe ein gruppeneigene:r Mentor:in zur Verfügung stand.

    Welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen traten während des Projekts auf und wie wurden diese bewältigt?

    Für die Schülerinnen und Schüler: ihre Ideen auf Machbares zu reduzieren und mit der Menge an gedrehtem Material umzugehen.

    Für das Projektteam: den Überblick zu behalten. Es war organisatorisch und personell außerordentlich herausfordernd, über einen Zeitraum von neun Unterrichtstagen jeden Tag mit ca. 90 Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Das Organisatorische und die Beziehungsarbeit konnten von Extern nicht geleistet werden. Die beteiligten Kolleg:innen mussten folglich strukturieren, Zeitpläne machen, Materialien bereitstellen, ausgeben, warten, montieren und reparieren etc., Anwesenheiten kontrollieren und fachlich helfen.

    Wie war die Zusammenarbeit im Projektteam?

    Die Zusammenarbeit im Projektteam war anregend und engagiert und es gab keine Schwierigkeiten.

    Wie sehen Sie die Zukunft des Projektes?

    Für uns ist dieses Projekt, das wir nun in veränderter Form bereits ein zweites Mal durchführen konnten, ein außerordentlicher Gewinn an vernetztem Lernen in seiner besten Form.

    Können Sie sich vorstellen, das Projekt mit einem zukünftigen Jahrgang fortzuführen?

    Wir können uns sicher vorstellen, das Projekt mit einem zukünftigen Jahrgang fortzuführen, hier haben wir auch schon neue potenzielle Kooperationspartner in schulischen Fachbereichen gefunden, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht integriert waren. Erfreulicherweise hat sich ein starkes Interesse an dieser zunächst „experimentellen“ Projektarbeit entwickelt; Arbeitsethos, intrinsische Motivation, der Lernprozess und die Ergebnisse konnten überzeugen.

    Was würden Sie anders machen/Was würden Sie beibehalten?

    Wir werden auf jeden Fall dieses Projekt weiterhin im Block durchführen, um eine intensive und ungestörte Arbeitssituation zu schaffen. Diese genauestens zu gliedern, um allen Schülerinnen und Schülern zu jeder Zeit die gleichen Möglichkeiten zu geben, bleibt für uns eine Herausforderung. Wir konnten bereits in diesem Jahr vernetzter und komplexer arbeiten als im Jahr zuvor. Es bleibt aber ein Lernprozess.

     

    Wir danken der Evangelischen Schule in Köpenick für diesen tollen Bericht. Bei Fragen können Sie, liebe Newsletterabonnent:innen, sich sicher an den Schulleiter Herrn Tiedje oder an die Projektleitung Frau Geiling wenden.

    Im Netz werken und wirken – Austausch über den Stand von Projekt:Kultur

    Im Netz werken und wirken – Austausch über den Stand von Projekt:Kultur im neuen Jahr

     

    Was haben ein Luftballon, ein Blumentopf, ein Streichholz, ein Fragezeichen und eine Baumscheibe gemeinsam?

    Es sind Gegenstände, die die Teilnehmer:innen unserer beiden digitalen Netzwerkveranstaltungen am 18. und 19. Januar 2024 mitbrachten. Die Teilnehmenden nahmen als Vertreter:innen der 27 Schulen, an denen Projekt:Kultur in diesem Jahr durchgeführt wird, an den Online-Netzwerktreffen teil. Und nicht nur die Schulleiter:innen und Projektleiter:innen, sondern auch die Expert:innen waren gebeten worden, mit ausgewählten Gegenständen den momentanen Stand ihres Projektes zu verdeutlichen.

    So zeigte die Montessorischule in Neubiberg einen nicht mehr ganz prall gefüllten Luftballon – Sinnbild für die von Schüler:innen der 8. Klasse entwickelten Tanzperformance „Leichtigkeit des Seins“, die sehr erfolgreich aufgeführt wurde. Die Luftballons waren Bestandteil der Aufführung gewesen.

    Die Theodor-Fliedner-Schule aus Wiesbaden zeigte ein Streichholz, denn die Achtklässler:innen stehen in den Startlöchern, ihr Projekt zu zünden und an die Werkbank zu gehen, um mit dem Projekt „Hand.Werk.Kultur. Wir gestalten Schule selbst“ loszulegen.

    Die Gesamtschule am Gluckenstein aus Bad Homburg demonstrierte mit einem Blumentopf, dass die Schüler:innen ihre Samen gesetzt haben und gespannt sind, was daraus mit den Expert:innen in ihrem Projekt „Open Space Handwerk“ erblühen kann.

    Die Herzog Bernhard-Schule aus Römhild brachte ein großes Fragezeichen mit, denn ihr Theaterprojekt „PILGRIM – Die Suche nach dem Ich“ zusammen mit dem Staatstheater Meiningen steckt in der Planung fest – unerwartete Probleme haben sich ergeben, die nun erstmal gemeinschaftlich gelöst werden müssen.

    Die Integrierte Gesamtschule in List bei Hannover schaltete sich aus einem Atelier zu – der mitgebrachte Gegenstand war eine große Baumscheibe. Ihr Projekt „Baumdorf am Dorfbaum“ ist in der Planungsphase für die Siebtklässler:innen: Um den Dorfbaum als Ort des Austausches soll sich im Sommer versammelt werden, doch der Baum ist morsch und das Projekt muss nun umgeplant werden. In unterschiedlichen Workshops wird das Thema Baum im Mittelpunkt stehen und das erarbeitete Wissen wird anschließend in die Gemeinschaft getragen.

    Die Schulen haben freie Hand, wann sie ihr Projekt während des Schuljahres durchführen wollen. So ergeben sich ganz unterschiedliche Zeitschienen.

    In verschiedenen Breakout Rooms diskutierten die Teilnehmer:innen der beiden Netzwerkveranstaltungen später in kleinen Gruppen, was sie bei der Präsentation der anderen Schulen wahrgenommen hatten – und was sich daraus an Erkenntnissen wohlmöglich ableiten lässt.

    Im gemeinsamen Plenum wurden dann zentrale Ergebnisse zusammengetragen:

    • Alles ist irgendwie wie Romeo & Julia. Ein Hoch und Nieder.
    • Ein Projekt 2 Wochen am Stück durchzuführen ist ein Gewinn, die Energie aller reicht genau für diesen Zeitraum.
    • Das Mitbestimmungsrecht der Schüler:innen ist ein großer Anker von Projekt:Kultur und ist eminent wichtig.
    • Projekt:Kultur führt auch zu emotionalen Achterbahnen bei allen Beteiligten. Genau das ist aber Teil von Projektarbeit und darf eben auch stattfinden.
    • Ein durchgeführtes Projekt dieser Größe hinterlässt bei den Schüler:innen einen hohen Erinnerungswert, der auch nach der Schulzeit im Gedächtnis bleibt.
    • Projektarbeit ist ein Prozess: Diese Erkenntnis, dass etwas entsteht und nicht alles fertig ist, erfahren die Schüler:innen selten im klassischen Schulsystem, hat aber einen deutlichen Lerneffekt.
    • Projekt:Kultur hat einen hohen Nachhaltigkeitswert: Das Erlebte wirkt nach, auch wenn das Projekt längst abgeschlossen ist.
    • Die externen Expert:innen öffnen den Lehrer:innen die Augen: Externe Ressourcen und Expert:innen sind äußerst hilfreich. Insbesondere die Lehrer:innen lernen sehr viel in einer neuen Introspektion und haben danach einen anderen Blick auf ihre Schüler:innen.
    • Veränderung des Denkens an der Schule: Bei vielen Schulen ist das Thema Projektarbeit in den Köpfen der Lehrer:innen angekommen und die Notwendigkeit dieser Form des Lernens wird jetzt positiv bewertet.
    • Es gibt immer auch das Risiko des Scheiterns bei einem Projekt. Das ist es unter anderem, was Energie und Ernsthaftigkeit erzeugt, oder anders ausgedrückt: Kann vielleicht nur gelingen, was auch scheitern darf?
    • Externe Expert:innen sind für Schüler:innen wichtig, denn diese sprechen und denken aus ihrem professionellen Wissen heraus und erst in zweiter Hinsicht pädagogisch. Es ist ein neugieriges und offenes Aufeinander-Zugehen, stellen viele Schulen fest.

    Der Wunsch nach regelmäßigem Austausch besteht und soll auch weiterhin zur gegenseitigen Bestärkung im eigenen Tun genutzt werden.

    Luise Gutsche, Barbara Riekmann und Ulrike Kegler bedanken sich bei allen teilnehmenden Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus der Schweiz für die beiden intensiven und bestärkenden ersten beiden Netzwerktreffen der Nord- und Südschulen. Auch wir arbeiten in Projekt:Kultur prozessorientiert, mit großen Zielen und ständigen Neujustierungen.

    HIER  finden Sie eine Liste aller teilnehmenden Schulen.

    Zis Reisestipendien für Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren

    Zis Reisestipendien für Jugedliche zwischen 16 und 20 Jahren

    Bis 15. Februar 2024 können sich Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren für ein zis Reisestipendium bewerben.

    Zis Reisen sind keine gewöhnlichen Reisen. Es sind Reisen, auf die man allein geht: 700 Euro, mindestens 4 Wochen im Ausland, keine Flugreisen, nur einem selbstgewählten Thema verschrieben. zis-Reisen enden mit der Abgabe eines Studienberichts über das gewählte Thema, eines Reisetagebuchs und der Abrechnung. Denn gerade ein Projekt wie dieses braucht sorgfältige Nachbereitung und längeres Nachdenken. Bei zis zählen nicht Schulnoten, sondern Interesse an einem Thema und Forschergeist.

    Das klingt herausfordernd? Zis-Stipendiat*innen, die im Jahr 2022/2023 mit dem Förderprogramm auf Reisen gingen, berichten, warum sich diese einzigartige Herausforderung für sie gelohnt hat:

    „Ich frage mich bis heute, wie so viele Gedankenanstöße in vier Wochen hineinpassen.“ schreibt Lea Teßmer und David Pilz resümiert: „So bleiben von dieser zis-Reise viele prägende Erinnerungen. Mehrmals sind die Dinge nicht wirklich nach Plan verlaufen, sodass mir nur eins blieb das Beste aus der Situation zu machen. Aber manchmal ist genau dies das Beste, was einem widerfahren kann.“ Juliane Walther berichtet: „Zis hat mir gezeigt, was es bedeutet, erfüllt zu reisen. Die Neugier und Offenheit meiner zis-Reise will ich für meine weiteren Reisen bewahren.“

    Bei zis bewerben können sich Jugendliche unabhängig von Nationalität, schulischem Hintergrund oder speziellen Vorkenntnissen. Jede*r Bewerber*in beschreibt, warum er sich für ein bestimmtes Thema interessiert und wie die Informationen im Gastland eingeholt werden können. Allerdings erwartet zis keine fertigen Projekte, sondern gut durchdachte, realistische Ideen. Bei der weiteren Vorbereitung helfen die Mentor*innen, die fast alle selbst eine zis-Reise unternommen haben.

    Die Stipendiat*innen werden im Sinne der Völkerverständigung darin unterstützt, auf fremde Menschen zuzugehen, sich helfen zu lassen und neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Als Ausgleich zur Konsumgesellschaft können sie gleichzeitig ihren Horizont erweitern und sie werden in ihrer Selbstständigkeit, ein eigenes Projekt mit knappen Ressourcen umzusetzen, gefördert.

    Konkreter Informationen zum Bewerbungsverfahren finden sich im Bewerbungsprotal.

     

    Die NEUMAYER STIFTUNG unterstützt die zis Reisen mit 4 Stipendien pro Jahr. Wir sind überzeugt davon, dass junge engagierte Menschen die Gestalter*innen unserer Zukunft sind und von ihrem positiven Selbstverständnis als Bürger*innen dieser Erde unser gemeinsames Zusammenleben in der Gesellschaft von morgen abhängt.Mehr über das Projekt finden Sie hier

    Bei der Bewerbung wünschen wir viel Erfolg!