KIFA – WEITER BILDEN

KIFA – WEITER BILDEN

KIFA – WEITER BILDEN

KIFA schafft Bildungsräume in Institutionen – denn wo Strukturen gegeben sind, können Menschen wirken und Kinder in ihrer Persönlichkeit bilden.

Angelika Pfeiffer, Projektinitiatorin KIFA – weiter bilden, Leitung 2002–2020

Projektträger:

Die NEUMAYER STIFTUNG setzt das KIFA-Bildungsprogramm aktuell in 32 Kindertagesstätten in Deutschland und in Satu Mare, Rumänien um.

Das KIFA-Programm in den Kitas ist für den Landkreis Göppingen ein wichtiger Baustein gelingender Integrationsarbeit. Gestärkte Mütter und Familien, sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften, wirken sich positiv auf die Bildungsentwicklung der Kinder aus. KIFA ist ein Erfolgsmodell.

Sabine Mannsperger, Integrationsbeauftragte des Landkreis Göppingen

Projektbeschreibung:

KIFA – weiter bilden ist ein systemisches Bildungsprogramm zur Weiterbildung und Stärkung aller Mütter in Kindertageseinrichtungen, das auf Tandemarbeit zwischen pädagogischer Fachkraft und Mutter basiert.

Die KIFA-Pädagogik knüpft an die Ressourcen der Familien anstärkt die Erziehungs-, Bildungs- und Sprachkompetenzen der Mütter. Durch die Aktivierung zu bewusster Mitsprache, Mitwirkung und Mitbestimmung wird Partizipation ermöglicht und die Identifikation mit der Kita sowie die gegenseitige Wertschätzung zwischen Eltern und dem Kita-Team angeregt.

Mit KIFA werden Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren, in denen Mütter gestärkt werden, Anregungen erhalten, sich persönlich weiterentwickeln und weiterbilden und das Miteinander in ihre Familien tragen.

KIFA ist seit mehr als 20 Jahren in bislang mehr als 30 Kindertageseinrichtungen erfolgreich etabliert und ist ein operatives Projekt der NEUMAYER STIFTUNG.

Wir stehen für die persönliche und systemische Weiterbildung von Organisationen und Einzelpersonen.

Bildung ist der Schlüssel zu einer lebendigen und gleichberechtigten Gesellschaft, in der Kinder, Mütter und Eltern(teile) frei und selbstbestimmt leben können.

Bildung bedeutet für uns das Ermöglichen von Bildungsräumen in Institutionen – nur wo Strukturen gegeben sind, können Menschen wirken und Kinder in ihrer Persönlichkeit bilden.

Bildung bedeutet für uns auch das gemeinsame Lernen von Frauen und Müttern in einer ganz eigenen Struktur. Dies ermöglicht die KIFA-Pädagogik in ihrer Umsetzung.

KIFA fördert Mütter, da wir die Überzeugung haben, dass nur in sich ruhende Mütter für ihre Kinder in jeglichem sozialen Umfeld mit Stärke und Zugewandtheit die Erziehung ihrer Kinder auch zum eigenen Wohl leben können.

Wir achten, stärken und fördern Menschen – ganz im Sinne unseres Projektträgers NEUMAYER STIFTUNG.

Mission Statement

Projektziele:

KIFA bewirkt Hilfe zur Selbsthilfe. Die Stärkung der Erziehungs- und Bildungskompetenzen der Mütter durch praktisches Erleben, Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe und mit speziell hierfür erarbeiteten Materialien ist Kern des Programms.

KIFA bewirkt somit Elternaktivierung und Elternmitwirkung und unterstützt gesundes Aufwachsen und gute Bildungschancen für Kinder von Anfang an – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Nationalität.

Projektort:

Deutschland

Projektstart:

2008

Zielgruppe(n) des Projekts:

Frauen und Mütter bzw. Familien und pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen; Lehrer*innen an Grundschulen.

Ich finde es toll, dass durch KIFA alle an einem Tisch sitzen, egal aus welcher Schicht, um gemeinsam etwas für Kinder zu bewegen. Ich selbst habe ungemein davon profitiert, eine Menge gelernt und dadurch auch den Zugang zu meinen Kindern vertieft.

Fatma Kalkan, Mutter von vier Kindern

Ziel der Förderung:

KIFA ist ein operatives Projekt der NEUMAYER STIFTUNG, mit dem die Stärkung von Frauen und Müttern in Kitas aktiv vorangebracht wird – in einer ganz eigenen Struktur. Unter dem Motto: „Weiter bilden!“ findet die ständige Weiterentwicklung, Qualitätssicherung und Verbreitung von KIFA statt.

Art der Förderung:

Die Förderung durch die NEUMAYER STIFTUNG umfasst Personalkosten, Anschubfinanzierung während der Implementierungsphase in den Kitas, Qualifizierung der Fachkräfte und Mentor*innen, Prozess- und Praxisbegleitung, (Weiter-) Entwicklung der Elternkursmaterialien sowie Strategieentwicklung.

Laufzeit der Förderung:

Seit 2008; unbefristet

2 Fragen an … Angelika Pfeiffer, Projektinitiatorin

 

Wofür steht Ihr Projekt?

KIFA ist ein einzigartiges pädagogisches Konzept für Mütter in Kindertageseinrichtungen. Es fördert den Austausch aller Mütter in vertrautem Rahmen sowie die Vernetzung über die familiäre Lebenswelt hinaus. Die Mütter entwicklen sich persönlich weiter und erleben sich als selbstwirksam. Erziehungs- und Bildungskompetenzen werden so gebildet und gestärkt und von den Müttern an die Kinder und in die Familie und damit in die Gesellschaft weitergereicht.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Das KIFA-Bildungskonzept verfolgt eine Reihe von Zielen, immer im systemischen Sinne: Durch die Stärkung der Kompetenzen der Mütter wird die Frühförderung der Kinder, die Stärkung der Familien, die lebendige Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtung und Elternhaus, die Vernetzung über die eigene Lebenswelt der Frauen hinaus bis hin zu interkulturellem Miteinander geschaffen. Wir schaffen die Strukturen dafür, nach dem Motto: „Das Bestehende im Horizont erweitern.“

Das KIFA-Bildungsprogramm ergänzt die pädagogische Arbeit in unseren Kindertageseinrichtungen und ermöglicht einen ressourcenorientierten Blick auf alle Eltern. KIFA ist für uns als Kita-Träger ein Garant für die stetige Weiterentwicklung der Elternzusammenarbeit und Elternbildung in unseren Kindertageseinrichtungen.

Dr. Joachim Bläse, Erster Bürgermeister Schwäbisch Gmünd

Erfolge/Auszeichnungen:
  • Bildungsidee 2012
  • Landesweiterbildungspreis Baden-Württemberg 2010
  • Preis Soziale Stadt 2008
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Kontaktdaten des Projektträgers:

KIFA Organisationsbüro bei der
NEUMAYER STIFTUNG
Königstraße 28
70173 Stuttgart
E-Mail: kifa@neumayer-stiftung.de
www.kifa.de

„Der Ortenauer Weg“

„Der Ortenauer Weg“

„DER ORTENAUER WEG“

„Der Ortenauer Weg“ ist ein von allen Partnern gemeinsam getragenes, zielgerichtetes Projekt [der Bildungsregion Ortenau e.V.] und gleichzeitig ein individuelles Entwicklungsprojekt der einzelnen Schule.

Wolfgang Zink, Projektverantwortlicher

Projektträger:

Bildungsregion Ortenau e.V.

Der Verein „Bildungsregion Ortenau e.V.“ bietet seinen Mitgliedern und kooperierenden Bildungsakteuren eine Plattform für Vernetzung, Interaktion und Entwicklung innovativer Projekte und Vorhaben in der Region. Verfolgt wird ein partizipativer Ansatz, der sich bewährt hat für die Vernetzung von Bildungspartnern und die Moderation von Bildungsprozessen.

Das Projekt „Der Ortenauer Weg“ unterstützt Schulen dabei, die bisherigen Teilprojekte des Schulentwicklungs- und Weiterbildungsprojekt L:ike zu verbinden und in einen Gesamtkontext zu stellen. Darüber hinaus fördert das Projekt „Der Ortenauer Weg“ Schulen dabei, außerschulische Partner und Lernorte einzubinden, um schulisches Lernen mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu verzahnen.

„Der Ortenauer Weg“ ist ein Projekt, das im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung ausgezeichnete Möglichkeiten bietet, Forschung und Praxis zusammenzuführen und Lehramtsstudierenden für ihre Abschlussarbeiten die Bearbeitung von Themen zu ermöglichen, durch die sie und die Schulen profitieren. Durch die Laufzeit des Projektes ist es gelungen, eine Infrastruktur aufzubauen, die effizient und gewinnbringend für alle Beteiligte ist.

Prof. Dr. Katrin Höhmann, PH Ludwigsburg

Projektbeschreibung:

Um Lehrerinnen und Lehrer bei der Reflexion und Erweiterung vorhandener Unterrichtskompetenzen und Schulen bei der Gestaltung des Lernens in lebensweltlichen Kontexten mit außerschulischen Lernpartnern der Region zu unterstützen, wurde seitens des Staatlichen Schulamts Offenburg in Kooperation mit der Bildungsregion Ortenau e.V., der Schulentwicklung.ch und der NEUMAYER STIFTUNG die Fortbildungskonzeption L:ike (Lernen: individuell, kooperativ, eigenverantwortlich) entwickelt.

Das Projekt „Der Ortenauer Weg“ führt verschiedene L:ike-Teilprojekte zusammen und entwickelt die teilnehmenden Schulen auf dieser Basis weiter. Einzelne Maßnahmen und Fortbildungsmodule werden dem Entwicklungstand der Schulen entsprechend bedarfsorientiert geplant und durchgeführt.

Erfolgreiche Bildungsbiographien in der Region ermöglichen

„von anderen lernen – voneinander lernen – miteinander lernen“

Mission Statement

Projektziele:

Die Bildungsbiographien von Schüler*innen sollen verbessert und anschlussfähig gemacht werden. Durch das Lernen in stabilen Beziehungsstrukturen soll kein Schüler und keine Schülerin mehr zurückbleiben. Jede Schule hat dafür ein auf ihre spezifische Vor-Ort-Situation passgenaues Konzept, Schulen einer Region unterstützen sich durch wechselseitigen Austausch. Pädagogische Wege, die die einzelnen Schüler*innen in den Blick nehmen und begleiten, werden entwickelt, evaluiert und verstetigt. Durch die Einbindung der Schulen in Netzwerke mit anderen Schulen und außerschulischen Lernorten wird Schulbildung vernetzt mit Lerninhalten aus der Erwachsenenwelt. Ausgehend von den sozialen Rahmenbedingungen der Schulen, können Schwerpunkte gebildet werden.

Projektort:

Offenburg, Baden-Württemberg

Projektstart:

2016

Zielgruppe(n) des Projekts:

Grund-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren im Bereich des Staatlichen Schulamts Offenburg bzw. der Bildungsregion Ortenau

Ziel der Förderung:

Wenn die Schule ein fester Bezugsort mit vertrauten Lehr*innen ohne viel Wechsel ist, können Brüche in den Bildungsbiographien der Schüler*innen verhindert werden. Jeder Schüler und jede Schülerin soll einen Schulabschluss und danach eine Berufsausbildung erhalten. Durch engen Austausch zwischen den Schulen können Erfahrungen und Wissen geteilt werden.

Art der Förderung:

Ermöglichung der kontinuierlichen Begleitung des Projektes über sechs Jahre durch zwei Projektbegleiter*innen. Finanzierung schulinterner Fortbildungen, Fachvorträge und Coachings. Zusätzlich wird die Evaluation durch die Hochschule Ludwigsburg übernommen.

Laufzeit der Förderung:

2016 – 2022

3 Fragen an … Wolfgang Zink, Projektverantwortlicher, und weitere Projektbeteiligte

 

Wofür steht Ihr Projekt?

Das Projekt verfolgt einen Ansatz, der von einem gemeinsamen Ziel getragen wird, jedoch jeder Schule individuelle Schritte zur Zielerreichung ermöglicht. Dazu haben wir eine Netzwerkstruktur aufgebaut, die das Motto hat: „von anderen lernen – voneinander lernen – miteinander lernen“. Wir Projektverantwortlichen besuchen jährlich jede Schule und beraten das Ortenauer Weg-Team individuell. Daneben organisieren wir zweimal jährlich Netzwerkstreffen und Strategietagungen, die zum einen unter einem gemeinsamen Entwicklungsthema stehen, zum anderen dem gegenseitigen Austausch und dem miteinander arbeiten an einem Thema dienen. Schulen dabei unterstützen, ihren Schülern vor Ort eine gelungene Bildungsbiographie zu bieten, das heißt, anschlussfähig zu sein. Das Projekt steht für ein Schulentwicklungsverständnis, das darum weiß, dass Schulen Zeit für Entwicklung brauchen und das kurzfristige Projekthopping für langfristige Schulentwicklung keine Effekte hat.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Wir wollen jedem Kind eine erfolgreiche und anschlussfähige Bildungsbiographie ermöglichen. Die Schulen in einem über sechs Jahre angelegten Entwicklungsprozess zu einem selbst gewählten Schwerpunkt kontinierlich begleiten, so dass diese das Ziel (siehe oben) erreichen und nachhaltig verankern können. Für Schulen mit allen ihren Mitarbeiter*innen in einen Schulentwicklungsprozess involvieren, bei dem Kinder nicht nur proklamatorisch in den Mittelpunkt der Arbeit gerückt werden, sondern tatsächlich der Fokus sind, wenn es um die Frage geht, was gute Schule, guten Unterricht, gute Pädagogik und Didaktik ausmacht.


Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Projektberaterin: Die Förderung empfinde ich als großzügig und wenig bürokratisch. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass die Stiftung sich für das Projekt interessiert, sich informiert, auch mit Beteiligten diskutiert, jedoch keinen allein bestimmenden Einfluss nimmt.

Moderatorin: Aufgrund meiner Rolle als Moderation und Trainerin in verschiedenen vorausgehenden Projekten der Bildungsregion, die von der NEUMAYER STIFTUNG unterstützt wurde, erlebe ich diese Unterstützung als sehr gewinnbringend, da in der Bildungsregion und an den Schulen vor Ort die Projekte aneinander anschließen und aufbauen können. Die Möglichkeit, aufgrund der Unterstützung auch Expertise von außerhalb zu nutzen, erweitert die Perspektiven und Möglichkeiten, die Schulen haben.

Projektberaterin: Vor dem Hintergund der Zusammenarbeit mit diversen Stiftungen seit vielen Jahren ist für mich besonders hervorzuheben, dass es bei der NEUMAYER STIFTUNG, wie ich sie erlebe, um ein wirkliches Entwicklungs- und Veränderungsinteresse geht. Als Projektmitglied hat man die Möglichkeit, seine Zeit und Kraft in das Projekt zu stecken und nicht in das Erstellen von Projektberichten und Hochglanzbroschüren. Hier ist es tatsächlich mehr Sein als Schein.

Das mit dem roten Faden, das habe ich jetzt: Zum einen über die Besuche und die Strategietreffen, wodurch ein klarer Rhythmus ersichtlich ist.

Eine tolle Chance, die Biographien von Schülerinnen und Schülern sichtbar zu machen. Erfolgreiche Bildungsbiographien zu gestalten, das hat uns gereizt.


„Der Ortenauer Weg“ hat so eine Verbindlichkeit, hat einen festen Rahmen, einen imaginären Tritt in den Hintern.

Es ist so wertvoll, dass es schulartübergreifend ist. Netzwerkbildung in der Region hat geklappt. Ich habe zum Beispiel jemanden von Schanzenbach getroffen. Was macht ihr gerade, wo steht ihr gerade. Es gibt Austausch und Thema.

Zitate der teilnehmenden Schulen aus der Zwischenevaluation

Kontaktdaten des Projektträgers:

Bildungsregion Ortenau e.V.
In der Spöck 10
77656 Offenburg
Telefon: +49 (0)781 9686740
Fax: +49 (0)781 9686750
E-Mail:info@bildungsregion-ortenau.de
www.bildungsregion-ortenau.de

Digitale Beziehungskompetenz plus

Digitale Beziehungskompetenz plus

DIGITALE BEZIEHUNGSKOMPETENZ PLUS

Jeder Vater, jede Mutter, jede Lehrerin, jeder Lehrer, jede Erzieherin und jeder Erzieher muss wissen, was passiert. Wir alle müssen uns endlich in aller Konsequenz diesem Thema stellen, um Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen.

Til Schweiger, Schauspieler

Projektträger:

Innocence in Danger e.V.

Innocence in Danger ist ein Verein, der Kinder vor sexuellem Missbrauch und pornografischer Ausbeutung im Internet schützen will. Der Verein macht auf die Gefahren im Internet aufmerksam, vernetzt Politik mit Jugendhilfeeinrichtungen und Pädagog*innen, um ein Bewusstsein für die Bedrohung im Netz zu schaffen.

Im Projekt „Digitale Beziehungskompetenz plus“ werden Fachkräfte, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, zu „Smart Usern“ fortgebildet. „Smart User“ sind routiniert im Umgang mit digitalen Medien, aufmerksam für Risiken und sicher im Umgang mit Gefahrensituationen im Internet.

Die digitale Welt ist einladend, aufregend, verführerisch und bunt. Gleichzeitig ist sie besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich. Der kurze Klick zum schnellen Kick kann weitreichende Folgen haben. Kinder greifen immer früher zu digitalen Spielzeugen und immer jüngere Kinder gehen online. Damit sie lernen sich in der bunten Welt gut zu bewegen, entwickelt der Verein Innocence in Danger wunderbare Präventionsprojekte.

Die Präventionsapp „Clever im Netz“ ist die erste ihrer Art. Sie zeigt Kindern zwischen 9 und 11 Jahren auf fröhlich, ermutigende Weise wie sie sich sicher in digitalen Welten bewegen können. Außerdem erklärt sie den Eltern, worauf sie achten müssen und wie sie ihren Kinder eine gute Hilfe sein können bei den ersten Schritten in eine neue Welt. Respektvoll, achtsam und mutig – das sind wichtige Attribute wenn man sich online bewegt. Das zu vermitteln hat sich Innocence in Danger zur Aufgabe gemacht und dabei unterstütze ich sie gerne.

Shary Reeves, Moderatorin

Projektbeschreibung:

Das Projekt „Digitale Beziehungskompetenz plus“ umfasst Schulungen und Vorträge für Fachkräfte, Pädagog*innen und Mitarbeiter*innen von Beratungsstellen in modularen Fortbildungsangeboten. Lerninhalte sind die Aufklärung über risikoreiche Situationen im Netz, die Herausforderungen der Gestaltung digitaler Beziehungen, Prävention und umsichtige Intervention. Die ausgebildeten Teilnehmer*innen vernetzen sich untereinander und unterstützen sich als Aktivist*innen für digitalen Kinderschutz.

WUSSTEST DU DASS …
… alles was du ins Netz hochlädst da bleibt und das Internet nichts vergisst?

Wir wollen durch Aufklärung sexuelle Anmache und Übergriffe mittels digitaler Medien verhindern.
Wir wollen, dass Anzeichen für sexuellen Missbrauch schneller erkannt werden und dass im Verdachtsfall umgehend gehandelt wird.
Wir wollen eine strafrechtliche Neubewertung des Kindesmissbrauchs.
Wir wollen die Datenlage zu den Themen mit wissenschaftlichen Mitteln verbessern.

Mission Statement

Projektziele:

Regional konzentriert wird ein Fortbildungsangebot zu den Themen Prävention und Intervention bei „Sexueller Gewalt mittels digitaler Medien“ implementiert. Diese Themen sollen obligatorischer Bestandteil von Lehrerausbildung und Lehrplänen werden.

Projektort:

Berlin

Projektstart:

2019

Zielgruppe(n) des Projekts:

Pädagogische bzw. psychologische Fachkräfte und Lehrkräfte aus den Bereichen Schule und Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe

Ziel der Förderung:

Die Vermittlung von Fachwissen zum Themenkomplex (digitale, sexualisierte Gewalt an Kindern) ist Grundlage für Präventions- und Interventionsarbeit durch erwachsene Fachkräfte. Nur wer sich im digitalen Erlebnisraum der jüngeren Generation wirklich souverän bewegt, die Gefahren benennen kann und effiziente und kluge Wege der Reaktion auf digitale Übergriffe kennt, kann Kinder und Jugendliche schützen und begleiten.

Art der Förderung:

Durchführung der Fortbildungen in den zwei Modulen „Digitale Beziehungskompetenz“ und „Prävention und Intervention bei digitaler (sexueller) Gewalt“

Laufzeit der Förderung:

Seit 2019; unbefristet

1 Frage an … Julia von Weiler, Projektverantwortliche


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

In der Arbeit konzentrieren wir uns auf die „digitale Beziehungskompetenz“, das heißt Chancen und Risiken digitaler Beziehungsgestaltung sowie Prävention und (erste) Intervention bei digitaler (sexueller) Gewalt.

Sexueller Missbrauch geschieht überall auf der Welt und in jeder Gesellschaftsschicht.
Wegducken und glauben, wenn ich es nicht merken will, dann passiert auch nichts nützt nur den Tätern und Täterinnen. Denn so können sie gewiss sein, dass Kinder und Jugendliche immer noch lange suchen müssen, bevor ihnen jemand glaubt und hilft. Deshalb unterstütze ich die Präventionsarbeit von Innocence in Danger e.V.

Altersgemäße Aufklärung hilft Kindern und Jugendlichen, sich besser zu wehren. Eine entsprechende Aufklärung für das erwachsene Umfeld der Kinder und Jugendlichen ist notwendig, damit diese Kinder und Jugendlichen echte Ansprechpartner haben, wenn sie in Not geraten.

Til Schweiger, Schauspieler

„Cyber-Grooming“ ist ein Kunstwort. Gemeint sind damit Aktivitäten von Erwachsenen im Internet, die gezielt einen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen vorbereiten.


Die Täter sind meist ältere Männer, die sich in sozialen Netzwerken gegenüber jungen Menschen als gleichaltrig ausgeben. Mit einem falschen Profil erschleichen sie sich das Vertrauen der Opfer und fühlen sich in ihrem Tun durch die Anonymität des Netzes sicher.

Die Opfer lernen ihre vermeintlichen Web-Freunde in der virtuellen Welt kennen, verlieben sich und treffen unter falschen Vorstellungen auf ihre Täter.


„Kinder und Jugendliche verlieren in der Netzwelt oft die Schutzmechanismen, die in ihrer realen Welt gelten, wiegen sich in Sicherheit und bauen schnell Hemmungen ab“, erklärt Julia von Weiler, Vorstand der Kinderschutzorganisation „Innocence in Danger“.

ARD / Das Erste

28.09.2016

Erfolge/Auszeichnungen:

„Smart User Peer2Peer Prävention“ wurde 2012 als hochinnovatives Projekt mit einem Preis des „Bündnis für Kinder. Gegen Gewalt.“ ausgezeichnet.

Kontaktdaten des Projektträgers:

Innocence in Danger e.V.
Holtzendorffstraße 3
14057 Berlin
Telefon: +49 (0)30 33007538
Fax: +49 (0)30 33007548
E-Mail: info@innocenceindanger.de
www.innocenceindanger.de

KIFA – Rumänien

KIFA – Rumänien

KIFA RUMÄNIEN IM HAUS DER FREUNDSCHAFT, DON BOSCO IN RUMÄNIEN

Die Teilnahme an diesem Projekt fand ich sehr interessant und lehrreich. Es war gut zu erfahren, wie andere Eltern ihre Probleme in Zusammenhang mit der Kindererziehung lösen. Ich konnte an vielen wertvollen Gesprächen in einer sehr angenehmen Atmosphäre teilnehmen. An das viertägige Ferienlager werden wir uns zusammen mit den Kindern lange Zeit sehr dankbar erinnern.

Éva Pop, Pflegemutter

Projektträger:

Asociatia Organizatia Caritas a Diecezei (Diözesancaritas Satu Mare)

In den Kindereinrichtungen der Diözesancaritas Satu Mare werden Kinder aus sozial schwachen rumänischen, ungarischen und Roma-Familien, in teilweise verwahrlosten Verhältnissen aufwachsend, betreut. Die meisten von ihnen leben in heruntergekommenen Wohnvierteln der Stadt Satu Mare, Rumänien. Kinderarmut bedeutet nicht nur die mangelhafte Befriedigung materieller Bedürfnisse, sondern ist ein umfassendes Phänomen, das die gesamte persönliche Entwicklung eines Kindes betrifft und sein weiteres Leben mitbestimmt.

KIFA Rumänien ist ein Projekt, das die Folgen von Armut verändern soll. Das in Deutschland erfolgreiche Konzept „KIFA“ („KIFA“ steht für „Kinder- und Familienbildung“, ein seit 2008 durch die NEUMAYER STIFTUNG betreutes operatives Projekt) wird vor Ort in Satu Mare etabliert. Hospitationen für Fachkräfte aus Rumänien bei KIFA in Deutschland bilden dabei die Grundlage der Umsetzung.

Projektbeschreibung:

Ausgebildete Lehrkräfte achten darauf, dass die Kinder in der rumänischen Einrichtung alle Regeln lernen und verinnerlichen, die ihnen volle Intergration in die Gesellschaft ermöglichen. Angefangen bei der einfachen Hygiene – bis hin zu sozialen Normen. So werden Zukunftsperspektiven geschaffen. Materielle Hilfen und Sachleistungen, die verhindern, dass Kinder vorzeitig den Bildungsweg abbrechen müssen, kommen den Familien zu Gute.

Mit Hilfe von Kursen und gemeinsamen Freizeitangeboten werden die Eltern in die Bildungsarbeit einbezogen und zur Mitarbeit motiviert. Das fördert die Erziehungskompetenz und schafft auch bei den Eltern gesellschaftliche Einblicke, die zu einer neuen Perspektive und verbesserter Integration führen. Sie bekommen Orientierungshilfe zur Stärkung ihrer Erziehungsfähigkeiten und erproben konkrete Möglichkeiten, wie sie ihr Vorbildverhalten gegenüber den Kindern ändern können, um positiven Einfluss auszuüben.

Kinder brauchen gute Vorbilder. Wir stärken frühzeitigen Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder, unabhängig von ihrer Nationalität und sozialem Hintergrund.

Unser Fokus liegt auf der Einbeziehung der Eltern in die Kinder-, Familien- und Gemeinschaftsbildung, mit dem Ziel, die Erziehungskompetenz zu verbessern und Selbstvertrauen zu stärken.

Mission Statement

Projektziele:

Eltern sollen bei den Alltagsaufgaben unterstützt und in ihrer Selbständigkeit gestärkt werden, um auch langfristig eine positive Einstellung zum Kindergartenbesuch bzw. Schulbesuch ihrer Kinder zu erreichen. Das stärkt die Rolle der Eltern und führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem längeren Verbleib der Kinder in öffentlichen Bildungseinrichtungen.

Das Verantwortungsgefühl der Eltern wächst, es verbessert sich die Problemlösungskompetenz in Krankheitsfällen, bei Erziehungsproblemen und hinsichtlich familärer Ressourcen. Nicht zuletzt soll das Interesse an Büchern, Bildung, kulturellen Angeboten wachsen und die Chancengleichheit damit gefördert werden.

Ich habe viele Ideen bekommen, dafür wie ich die Aufmerksamkeit des Kindes mit Märchen und Spielen fördern kann und habe gelernt, mit wenig Geld zu basteln oder Spiele herzustellen. Die mit den Kindern selbst gebastelten Spiele sind oft wertvoller und angemessener als viele teure Spielzeuge aus dem Geschäft.

Éva Pop, Pflegemutter

Projektort:

Satu Mare, Carei / Rumänien

Projektstart:

2015

Zielgruppe(n) des Projekts:

Roma-Familien aus Satu Mare und die lokale Gemeinde des Stadtteils, in dem die Kinder wohnen. (Ausgebildete Eltern haben eine Vorbildwirkung des elterlichen Verhaltens für alle Menschen der lokalen Gemeinden.)

Ziel der Förderung:

Die nachhaltige Implementierung des erfolgreichen KIFA-Konzepts in den Partnereinrichtungen in Rumänien ist das Hauptziel der Förderung. Die Qualifizierung von Mentor*innen, Assistent*innen und pädagogischen Fachkräften im Rahmen der Caritas Academia muss gewährleistet werden. Sie bildet die Grundlage der nachhaltigen und langfristigen Finanzierung durch lokale Einrichtungen, da staatliche Förderung für derartige Projekte nicht existiert.

Art der Förderung:

Prozessbegleitung durch das KIFA-Team. Die Umsetzung in Rumänien profitiert von den Erfahrungswerten aus der KIFA-Umsetzung in Deutschland und baut auf dem entwickelten KIFA-Konzept auf. Unterstützung der Umsetzungskosten der Elternkurse. Erstellung rumänischsprachiger Materialien für die Elternkursarbeit auf Grundlage der deutschen KIFA-Unterlagen.

Laufzeit der Förderung:

Seit 2015

3 Fragen an … Vanda Reimer, Projektverantwortliche

 

Wofür steht Ihr Projekt?

Unser KIFA-Rumänien-Projekt erzielt die Stärkung der Erziehungs- und Bildungskompetenzen der Eltern sowie ihrer Fähigkeiten, ihre Kinder richtig zu erziehen bzw. den Ausbau eines Beziehungsvernetzungs-Systems unter den Familien innerhalb des Stadtteils.
Diese Eltern-Kompetenzen werden durch die Erhöhung des Wissenstandes (gesunde Ernährung, gewaltfreie Erziehung usw.) und durch die Verbesserung der elterlichen Erziehungsfähigkeiten (konkrete Möglichkeiten finden, um eine effiziente Eltern-Kind Beziehung aufzubauen, indem ihr Verhalten sich selbst gegenüber und gegenüber ihren Kindern positiv geändert wird), durch die Entwicklung der elterlichen Einstellung zu Selbstvertrauen und Vertrauen in ihre Elternrolle, Hören auf die inneren Mutterinstinkte, Vertrauen in das eigene Kind, Bewertung ihrer persönlichen Neigungen und Prädispositionen entwickelt.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Wir ermutigen die Eltern, etwas in ihrem Verhalten zu verändern, ausgehend von den Informationen, die sie während der Treffen erhalten haben, in ihrem eigenen Rhythmus. Wir begleiten sie, diese Veränderung durch Übungen und eventuell durch die von der Elterngemeinschaft angebotene Unterstützung zu verwirklichen.


Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Wir bekamen ein Modell, das wir in fast allen Kontexten gut adaptieren konnten. Es ist toll, dass wir die KIFA-Rumänien-Materialien von der NEUMAYER STIFTUNG zu unserer Verfügung gestellt bekommen, sie sind sehr hilfreich. Die Projektbegleitung, die Beratung ist sehr wertvoll und wichtig für uns, da wir bei jeglichen Fragen oder Problemen immer gemeinsam eine Lösung finden konnten.

Sowohl die Eltern, wie die Fachleute der Caritas Einrichtungen sind vom KIFA-Rumänien-Konzept überzeugt! Es entstand sowohl unter den Eltern in den KIFA-Rumänien-Gruppen wie auch gegenüber den Fachleuten der Zentren eine vertraute, verständnisvolle, offene Atmosphäre, die die Zusammenarbeit weitgehend erleichterte. Es wurde eine Beziehungsvernetzung-System ausgebaut, auf diese Mütter kann man sich nun verlassen, sie sind zu einer Gemeinschaft geworden, sie fühlen sich als Gemeinschaft. Sie sind bereit auch dafür etwas zu tun.

Es gab viele Gelegenheiten zusammen mit ihren Kindern wertvolle Zeit zu verbringen. Während dieser gemeinsamen Aktivitäten achteten die Mütter auf ihre Kinder. Mütter, die vorher die Verantwortung in der Anwesenheit einer Pädagogin sofort übergaben. Die Mütter wurden gestärkt in ihrer elterlichen Kompetenz, ihr Vertrauen in die Fähigkeit, ihre Kinder richtig zu erziehen, wurde erhöht. Sie wurden ermutigt, etwas an ihrer Verhaltensweise zu ändern anhand der bei Treffen erworbenen Informationen, aber sie wurden nicht gedrängt, die Änderungen wurden in ihrem eigenen Rhythmus durchgeführt. Während der gemeinsamen Treffen mit den Kindern wurden die Mütter unterstützt, sowohl von den Pädagogen wie von den anderen Müttern.

Kontaktdaten des Projektträgers:

Asociatia Organizatia Caritas a Diecezei
P- ţa Libertăţii nr. 20
440014 Satu Mare
Telefon: +40 (0)261 717245
E-Mail: caritas_satumare@yahoo.com
www.caritas-satumare.ro

Kulturarbeit an Schulen – Pilotprojekt

Kulturarbeit an Schulen – Pilotprojekt

KULTURARBEIT AN SCHULEN – PILOTPROJEKT

Projekte sind eine hochrelevante Arbeitsform in der modernen Arbeitswelt geworden. Menschen mit verschiedenen Kenntnissen arbeiten fächerübergreifend nach einem Plan an einem gemeinsamen Ziel und Produkt. Diese Grundkompetenz muss heute in Schule gelernt und implementiert werden.

Ulrike Kegler, Projektleiterin „Kulturarbeit an Schulen“

Projektträger:

Die NEUMAYER STIFTUNG fördert das Projekt „Kulturarbeit an Schulen“ als Pilot im Zeitraum 2021/22.

Wir wollen dem ‚Unterrichten‘ ein neues Gesicht geben. Unterricht und Lernen ist in unserem Verständnis nicht (allein) die Aufnahme bekannten Wissens und dessen Wiederholung. Wir verstehen unter Lernen, einen Prozess aufzusetzen, durchzuführen und auszuwerten, dessen Ergebnis nicht feststeht. Die beteiligten Personen gestalten ein Projekt während seiner Laufzeit, verändern es, passen es an und sind gleichzeitig auf ein vorzeigbares Produkt orientiert.

Barbara Riekmann, Projektleiterin „Kulturarbeit an Schulen“

Projektbeschreibung:

Die zunehmende Vielfalt und Diversität an den Schulen erfordert einen erweiterten Bildungs- und Lernbegriff. Fachbezogene Lehrplanorientierung und Theorieüberschuss müssen durch neue Methoden und Erfahrungsräume für alle Beteiligten ergänzt und verändert werden. Jugendliche brauchen neue Impulse, die über das Lernen für Prüfungen hinaus gehen und Gemeinschaftserlebnisse und Zugehörigkeit fördern.

Oft sind es kulturelle Erlebnisse und Arbeitsprozesse, die, bewusst geschaffen und in den Schulalltag integriert, diese Möglichkeit eröffnen. Besonders in den Sekundarstufen und damit für Schüler*innen zwischen 12 und 16 Jahren haben sich kulturelle Praxiserfahrungen als äußerst förderlich in diesem Sinne erwiesen. Theaterproduktionen, Kunstprojekte, Musik- und Tanzperformances, gemeinschaftsbildendes Kochen und Ernährungsprojekte sowie große Handwerksarbeiten bieten Jugendlichen herausfordernde Aufgaben, an denen sie Selbstwirksamkeit und Selbstausdruck erleben können.

Genau hier setzt das Pilotprojekt „Kulturarbeit an Schulen“ an: Schulen aller Schularten der Sekundarstufe 1 können sich bei der NEUMAYER STIFTUNG für ein zeitlich begrenztes Projekt aus den Bereichen Theater, Kunst, Handwerk, Tanz und Kochen bewerben. Begleitet und durchgeführt wird das Projekt von außerschulischen Expert*innen, die von den Schulen eigenständig ausgewählt werden. Das Projekt findet mit allen Jugendlichen eines Jahrgangs und für einen begrenzten Zeitraum von mindestens zwei Wochen – anstelle des regulären Unterrichts – statt.

Außerschulische Expert*innen, die zeitlich begrenzt in die Schule geholt werden, spielen in der Projektkonzeption eine wesentliche Rolle. Sie verkörpern andere Lebensbereiche und erweitern die eindimensionale Laborperspektive der Schule. Die Zusammenarbeit mit den Lehrer*innen während des gesamten Prozesses ist hierfür eine wesentliche Voraussetzung.
Angeleitet durch Menschen aus verschiedenen Berufsbereichen und kulturellen Hintergründen, erleben Schüler*innen Expertise, gestalten Prozesse von Anfang bis Ende und erfahren darin gemeinschaftlich das unumgängliche Zusammenspiel von Anstrengung (Prozess) und Erfolg (Produkt).

Wir achten, stärken und schützen Menschen.
Wir sind offen und haben den Mut zu entscheiden.
Wir sind mit dem Herzen dabei.

Mission Statement

Projektziele:

In klug arrangierten „Settings“ können Jugendliche mit verschiedensten sozialen und kulturell-religiösen Hintergründen im Rahmen des von der NEUMAYER STIFTUNG operativ und finanziell geförderten Pilots „Kulturarbeit an Schulen“ miteinander ihre Fähigkeiten ausprobieren, sich von anderen Seiten kennen lernen und gemeinschaftlich ohne Konkurrenzprimat auf ein Produkt und einen gemeinsamen Erfolg hinarbeiten.

Diese Gemeinschaftsleistung wird abschließend veröffentlicht sowie zur Diskussion gestellt – und sorgt so nicht nur für Sichtbarkeit, sondern hat Auswirkungen auf das Verständnis von Lehre und Lernen.

Projektort:

Ausgewählte Schulen aller Schularten in der DACH-Region

Projektstart:

Oktober 2021

Zielgruppe(n) des Projekts:

Am Pilotprojekt 2021/22 nehmen insgesamt acht Schulen teil – unter der Beteiligung möglichst aller Schüler*innen eines Jahrgangs (Jahrgang 7–10, d. h. Altersstufen 12 bis 16 Jahre). Jede Schule ist durch die Schulleitung als Projektvorstand und eine projektverantwortliche Lehrkraft vertreten. Eine offene und experimentierfreudige Grundhaltung und eine verbindliche Teilnahme werden vorausgesetzt.

Ziel der Förderung:

Planung und Erprobung des Projektkonzeptes im Rahmen des Piloten. Nach erfolgreicher Pilotphase soll „Kulturarbeit an Schulen“ zukünftig als operatives Projekt regelmäßig durchgeführt werden.

Art der Förderung:

Die NEUMAYER STIFTUNG fördert und begleitet die gesamte Durchführung der handwerklichen und künstlerischen Projekten an den teilnehmenden Schulen. Im Rahmen des Pilotprojekts führt die Projektleitung einen eintägigen Workshop im Oktober 2021 durch. Hier werden die Projekte der am Pilotprojekt beteiligten Schulen gegenseitig vorgestellt, werden Anregungen ausgetauscht und Projektideen vertieft. Die Projektleiterinnen begleiten den Prozess und besuchen die Schulen im Zeitraum der Durchführung vom November 2021 bis Juni 2022. Ein eintägiger Workshop im Oktober 2022, bei dem Ergebnisse präsentiert und Erfahrungen ausgetauscht werden sollen, schließt das das Pilotprojekt ab. Der Pilotjahrgang wird durch eine professionelle Evaluation begleitet.

Laufzeit der Förderung:

September 2021 bis Oktober 2022

2 Fragen an … die Projektleiterinnen Ulrike Kegler und Barbara Riekmann

Wofür steht Ihr Projekt?

Ulrike Kegler: Projektunterricht ist immer noch ein Randphänomen im didaktisch-methodischen Spielfeld Schule. Dabei wollen Jugendliche wirksam sein, sich mit realen und relevanten Problemen beschäftigen und im Ergebnis eine Verbesserung oder Veränderung der Wirklichkeit erreichen. Expert*innen werden im Rahmen unseres Projektes dazu beitragen, diese Relevanz in die Schule zu bringen. Sie sind es gewöhnt ‚Ernst zu machen‘, eine Kompetenz, die in dem artifiziellen Übungsraum Schule zu oft fehlt, vor allem, wenn es um gemeinschaftliche Leistungen geht.

Zudem sind Schulen, an denen Lehrerinnen und Lehrer unter der proaktiven Förderung ihrer Schulleiterinnen und Schulleiter interkulturelle Projekte mit Experten in ihr Curriculum integriert haben, nachweislich inklusiver und verstehen sich zunehmend als lernende Institution.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Barbara Riekmann: Vielfach haben die besonderen Herausforderungen in der Corona-Pandemie dazu geführt, dass alle kreativen und inspirierenden Aufgaben in den Hintergrund gerieten, um den gewohnten Schulbetrieb unter den schwierigen Bedingungen zu organisieren. Dabei könnten Potentiale und Spielräume übersehen worden sein, die ein hybrides Bildungssystem neben allen Schwierigkeiten auch hervorgebracht hat.

Gerade jetzt, so unser Ansatz, hat sich gezeigt, dass ein Festhalten an der alten Präsenz- und Prüfungspraxis, am Einzelkämpfertum im Lehrberuf und an der Dominanz des fachlichen vor dem Interdisziplinären nicht mehr den alleinigen Zugang zu innovativer Bildung sicherstellen zu können. Gerade jetzt, und ohne lange zu warten, wollen wir die Situation nutzen. Unterricht kann auch anders sein, das haben wir alle gerade nachhaltig gelernt. Nicht „trotz Corona“, sondern ‚mit Corona und nach Corona‘ nutzen wir die Chance für eine veränderbare Schulkultur.

Kontaktdaten des Projektträgers:

NEUMAYER STIFTUNG
Königsstraße 28
70173 Stuttgart
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