Wirksamkeit der KIFA Pädagogik während des Lockdown erneut bekräftigt

Wirksamkeit der KIFA Pädagogik während des Lockdown erneut bekräftigt

Beim kürzlich stattfindenden KIFA-Auswertungstreffen der Stadt Geislingen im Rathaus wurde vor Allem die Wirksamkeit des einzigartigen pädagogischen Konzepts während der Krise und der damit einhergehenden Schließung der Kindertageseinrichtungen hervorgehoben.

Elke Klüver, KIFA-Koordinatorin für die Stadt Geislingen freut sich in einer Pressemitteilung: „jedem der KIFA-Mütterkurse [gelang es] während des Lockdowns, getreu dem Motto „Wer will, findet Wege …“ mediale Brücken zueinander zu bauen und im Erfahrungs- und Ideenaustausch kreativ verbunden zu bleiben. Selbst in dieser Krisensituation hat sich gezeigt: KIFA macht Kinder und Familien stark!“

Das für die Teilnehmerinnen kostenlose Elternbildungsprogramm ist seit 2012 fester Bestandteil einer erfolgreichen Elternarbeit in drei Geislinger Kindertageseinrichtungen. Dabei zielt KIFA vor allem darauf ab, einen Raum des Austausches zu schaffen und die teilnehmenden Mütter zu stärken. Alle vierzehn Tage treffen sich interessierte Kindergarten-Mütter in der Einrichtung, alle sind herzlich willkommen. Anhand der KIFA-Materialien wird über Themen wie Medienerziehung, Ernährung oder kulturelle Vielfalt gesprochen.
Die Impulse für die Themen kommen von den Müttern selbst: jede Gruppe entscheidet gemeinsam, welche Themen in ihrem Erziehungsalltag relevant sind.

Angeleitet werden die Elternkurse von einer Mentorin. Das Besondere daran: die Mentorin ist selbst eine Mutter aus der Kita, die die Möglichkeit bekommt, sich pädagogisch zu qualifizieren und dabei von einer Fachkraft des Kindergartens begleitet wird.

Während des Lockdown profitierten die Mütter von dem Netzwerk und den Freundschaften, die durch die KIFA-Kurse entstanden sind. Selbst wenn man sich nicht persönlich treffen konnte, fand ein Austausch virtuell oder übers Telefon statt.

Elke Klüver bekräftigt, dass alle in Geislingen an KIFA Beteiligten, Mütter, Mentorinnen, Fachkräfte und Einrichtungsleitungen hochmotiviert hinter dem pädagogischen Konzept stehen:
„Das KIFA-Konzept knüpft an die Ressourcen der Familien an, stärkt ihre Erziehungs- Bildungs- und Sprachkompetenzen, und belebt das interkulturelle Miteinander. Durch die Aktivierung zu bewusster Mitsprache, Mitwirkung und Mitbestimmung wird Partizipation ermöglicht und auch die Identifikation mit der Kita und die gegenseitige Wertschätzung zwischen Eltern und Kita-Team angeregt.“

KIFA ist ein operatives Projekt der NEUMAYER STIFTUNG und bewährt sich seit rund zwanzig Jahren in mittlerweile über fünfzig Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg.

Technologien der Zukunft

Technologien der Zukunft

Talente fördern – Erfolge schaffen! – Auf diesem Leitspruch aufbauend hat es sich der Verein „Forscher/innen für die Region e.V.“ aus Ohlsbach, der neuer Projektpartner der NEUMAYER STIFTUNG ist, zum Ziel gesetzt, junge Menschen für MINT-Fächer zu begeistern.

Insbesondere im Bereich der „Life Sciences“, das umfasst die Molekularbiologie, Mikrobiologie, Zellbiologie und Biochemie, besteht nicht nur ein großes Interesse seitens der Jugendlichen, da die aktuelle Forschung oft noch nicht Einzug in den Schulunterricht gefunden hat. Die Technologien in diesen Bereichen legen außerdem einen der wichtigsten Grundsteine für die nachhaltige Forschung der Zukunft.

„Gerade in der derzeitigen Situation wird die enorme Bedeutung von wissenschaftlicher Forschung sichtbar. Insbesondere nach der Corona-Krise werden Forschungsprojekte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit von großer Bedeutung sein. Um die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von morgen auszubilden, wollen wir die Grundlagen für das Erleben und Erforschen von nachhaltigen Themen in unseren Räumlichkeiten schaffen.“ So Daniel Heid vom FRO e.V.

Der Fokus liegt dabei auf Nachhaltigkeitsthemen wie der Algenbiotechnologie.

„Auf Initiative der Jugendlichen hin wollen wir in diesem Rahmen auch einen Beitrag zur Reduzierung des Kunststoffmülls im Labor leisten, der bei lebenswissenschaftlicher Forschung leider in größeren Mengen anfällt.“

Ein immer größeres Interesse an Algen und Biokraftstoffen führte bereits zu zwei Forschungsprojekten von Jugendlichen. Um einer wachsenden Anzahl Interessierter gerecht zu werden, entsteht ein Pilotprojekt mit den Schwerpunkten Algen-Biotechnologie, Biokraftstoffe und Feinchemikalien sowie Schmutzwasseraufbereitung.

Junge naturwissenschaftlich interessierten Schülerinnen und Schüler aus dem Einzugsgebiet haben die Möglichkeit, eigenständige Forschungsprojekte umzusetzen. Sie erhalten damit einen Raum zur Verwirklichung ihrer Potenziale und werden auch mit der gesellschaftlichen Dimension von wissenschaftlicher Arbeit konfrontiert.

Digitaler Kinderschutz – Zu Risiken und Nebenwirkungen der Pandemie

Digitaler Kinderschutz – Zu Risiken und Nebenwirkungen der Pandemie

Training in Medien – und damit wirksame Präventionsarbeit in digitalem Kinderschutz leistet der Verein Innocence in Danger e.V. seit fast zwanzig Jahren. Seitdem setzt sich der Verein unermüdlich für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch und pornographischer Ausbeutung im Internet ein.

Auf Initiative der NEUMAYER STIFTUNG und in Kooperation mit dem Schulamt Offenburg und der BRO werden aktuell Lehrkräfte durch Innocence in Danger im Ortenaukreis geschult. In mehreren aufeinander aufbauenden Modulen lernen diese, Risiken früh zu erkennen, einzuschätzen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

„Der sichere und gewaltfreie Umgang für Kinder und Jugendliche muss im Netz möglich sein. Aufklärung, Prävention und Internetschulungen für Kinder, Eltern und Lehrer sind wichtige Instrumente, damit dies gelingt. Die digitale Welt ist durch Corona für Kinder und Jugendliche noch präsenter geworden.“, so Geschäftsführer der BRO, Dominik Fehringer.

Der steigende Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen ist unstrittig und unaufhaltsam – durch die Covid-19-Pandemie, Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen verbrachten Kinder- und Jugendliche vom Grundschul- bis zum Abiturientenalter sogar noch deutlich mehr Zeit vor den Bildschirmen. Eine Sonderbefragung des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ergab, dass die Mediennutzung im Alltag der 12 – 19-Jährigen während der ersten Phase der Schulschließungen deutlich zugenommen hat.

Bauen in Sierra Leone, in Zeiten von Corona

Bauen in Sierra Leone, in Zeiten von Corona

Der durch die lokalen Partner des Forikolo e.V. realisierte Bau des Bildungszentrums in Mathen wird seit 2018 von der NEUMAYER STIFTUNG unterstützt. Das Projekt ist ein großer Meilenstein in der Geschichte des Forikolo e.V., denn in diesem Schulkomplex werden die Kinder die Möglichkeit bekommen, den gesamten Bildungsweg zu durchlaufen: das heißt, die Schülerinnen und Schüler erhalten die gesamte Ausbildung, von der Grundschule über die weiterführende Schule bis zum Erlernen eines Berufes, an einem Ort.

„Mit diesem Projekt möchten wir eine Lernlandschaft erschaffen, in der sich die Schülerinnen und Schüler wohl fühlen. Neben dem allgemeinen Lehrplan sollen auch gesellschaftliche und ökologische Themen behandelt werden können.“ So Stefan Klenk, erster Vorsitzender des Forikolo e.V.

Während in Deutschland die ersten Lockerungen der Restriktionen im Umgang mit der Covid-19 Pandemie umgesetzt werden, bleibt die Situation in Sierra Leone konstant angespannt. Zurzeit gibt es zwar verhältnismäßig wenig registrierte Fälle und Tote zu verzeichnen, die Erfahrungen der Ebola-Krise sitzen bei den Verantwortlichen und in der Bevölkerung jedoch noch tief. Dementsprechend wird auf allen Ebenen versucht, den großen Ausbruch des Virus mit allen Mitteln zu verhindern.

Mitarbeiter*innen und die lokale Bevölkerung zu unterstützen, sich bestmöglich vor dem Virus zu schützen, ist damit zur obersten Priorität geworden.

„Auf unseren Baustellen haben wir improvisierte Handwaschstationen, Seife und Gesichtsmasken zur Verfügung gestellt. Dies ist eine einfache und schnelle Art und Weise tätig zu werden.“ Berichtet Klaas Witte, Projektleiter für den Forikolo e.V. in Mathen. Er selbst musste noch vor dem allgemeinen Lockdown zurück nach Deutschland reisen. „Die aktuelle Situation bestätigt unser Engagement auch in die Berufsausbildung einzusteigen. Neben der Grundschule und der weiterführenden Schule entsteht in Mathen eine Berufsschule.“

Diese ermöglicht die Ausbildung im Bereich „Water, Sanitation and Hygiene“ – kurz WASH genannt. Die Absolvent*innen sollen der Bevölkerung in den ländlichen Regionen bei der Errichtung von Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung, der Speicherung von Regenwasser und sanitären Einrichtungen helfen. Doch nicht nur das. Neben der eher unkonventionellen Ausbildung im WASH-Bereich soll die Schule auch als Zentrum zum Ausprobieren und Entwickeln von technischen Lösungen für neue und bestehende Probleme zur Verfügung stehen. Damit sollen ähnliche Situationen wie die durch die Pandemie ausgelöste vor Ort bald selbst gelöst werden können.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet das Bauteam auch zu dieser Zeit weiter und stellt noch vor Beginn der Regenzeit ein weiteres Gebäude auf dem Campus fertig. Der Beginn des Schulbetriebs ist noch in diesem Jahr geplant.

Stefan Klenk ist optimistisch, dass die Pandemie in Sierra Leone eine gleichbleibend milde Entwicklung zeigt: „Derzeit findet aufgrund von Corona in Sierra Leone kein Unterricht statt. Wir hoffen, dass die Schulen zum neuen Schuljahr im September eröffnet werden können.“

Vorreiter im Ortenaukreis – Auf Augenhöhe Begegnen

Vorreiter im Ortenaukreis – Auf Augenhöhe Begegnen

KIFA Kinder- und Familienbildung läuft nun seit drei Jahren im katholischen Stadtkindergarten in Haslach. Damit ist der Kindergarten Vorreiter im Ortenaukreis. In einer Pressemitteilung freut sich die Stadt Haslach über einen „Erfolg auf ganzer Linie“.

Das für die Teilnehmerinnen kostenlose Elternbildungsprogramm zielt vor allem darauf ab, einen Raum des Austausches zu schaffen und die teilnehmenden Mütter zu stärken. Alle vierzehn Tage treffen sich die Kindergarten-Mütter in der Einrichtung, um sich anhand der KIFA-Materialien über Themen wie Medienerziehung, Ernährung oder spielerisches Lernen auszutauschen. Begleitet werden diese Elternkurse von einer Mentorin. Das Besondere daran: die Mentorin ist selbst eine Mutter aus der Kita, die die Möglichkeit bekommt, sich pädagogisch zu qualifizieren und dabei von einer Fachkraft des Kindergartens begleitet wird.

Das Projekt zeichnet sich dabei durch den niederschwelligen Zugang und einer Begegnung auf Augenhöhe aus. Nach drei Jahren Implementierungsphase zieht Iris Schumacher von der NEUMAYER STIFTUNG bei dem diesjährigen Auswertungstreffen ein durchweg positives Fazit: „In den vergangen drei Jahren wurden jährlich mehr als zehn Mütter über den KIFA-Elternkurs erreicht, aber weit aussagekräftiger als diese Zahl ist die Wirkung, die durch das Projekt für diese Mütter und ihre Familien erreicht werden konnte.“

Die Mentorinnen Elena Guzhieva, Florica Popovici und Sambat Sok betonten beispielsweise, wie interessiert die und motiviert die teilnehmenden Mütter den Input des aus den Elternkursen immer wieder in ihren eigenen Familien umsetzen. Auch in der aktuell schwierigen „Corona-Zeit“ werden virtuell „gemeinsam“ Aktivitäten des KIFA-Materials in den Familien umgesetzt – eine große Stärke des Netzwerkes, das unter den teilnehmenden Müttern über die Kurse hinaus besteht.

Außerdem erzählen sie, dass viele Mütter durch den regelmäßigen Austausch und die Freundschaften, die durch KIFA entstehen, auch ihre Deutschkenntnisse verbessern können. Das Gefühl im Kurs nur „unter Mamas“ zu sein und sich frei unterhalten und über Sorgen austauschen zu können, stelle eine große Bereicherung für alle Teilnehmerinnen dar.

Aus Sicht des Kindergartens sind die Erfolge des Projekts deutlich spürbar. Sonja Nitz, Leiterin des katholischen Stadtkindergartens Haslach, und Michaela Brucker-Schmid, KIFA-Fachkraft im Kindergarten, nannten sowohl die „unbändige Freude der Teilnehmerinnen“ als auch die „positiven Effekte auf Offenheit und Selbstvertrauen der Mütter“ als größte Erfolge des Projekts.
Michaela Himmelsbach hob stellvertretend für die psychologische Beratungsstelle der Caritas Haslach die enge Vernetzung der KIFA-Kurse mit der psychologischen Beratungsstelle als eine wichtige Komponente des Konzepts hervor. Sie betonte die nachhaltig positive Wirkung der Gemeinschaft im KIFA-Kurs, durch welche die Mütter erfahren würden, dass sie wahrgenommen werden und wertvoll sind. Diese Bestätigung sei gerade in der aktuellen Situation für Mütter jeglicher Lebenslage unabdingbar.

Wie KIFA Eltern in der Krise unterstützt

Wie KIFA Eltern in der Krise unterstützt

Die KIFA-Koordinatorin der Stadt Singen, Corinna Hämmerle, stellt in einem offenen Brief dar, warum Kinder- und Familienbildung KIFA gerade während und nach „Corona“ so wichtig ist.

„KIFA ist ein Elternbildungsprogramm. Durch Corona waren und sind Familien besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Es ist eine nie dagewesene und völlig neue Situation, die für die Familien eine hohe Belastung und ein großes Maß an Anpassungsfähigkeiten fordert. In dieser herausfordernden Situation ist die institutionelle Betreuung für Familien fast komplett weggefallen. Die Hürde sich in einer geschlossenen Einrichtung telefonisch Unterstützung zu holen ist hoch. Der Weg eine andere Mutter anzurufen ist für viele niederschwelliger zu begehen. Von Eltern zu Eltern Tipps und Tricks auszutauschen und sich gegenseitig Mut zum Durchhalten zuzusprechen ist daher gerade in der Krise ein wirkungsvoller Weg, um sich selbst aufzubauen und die Krise zu meistern.“

Kinder- und Familienbildung KIFA ist ein operatives Projekt der NEUMAYER STIFTUNG und bestärkt Mütter darin, sich zu vernetzen, in wichtigen Erziehungsfragen auszutauschen und von Erfahrungen der anderen zu profitieren. Durch regelmäßige Kurse und Treffen, die von einer Mütter-Mentorin durchgeführt werden, bilden die Teilnehmerinnen sich fort, erfahren wichtige Impulse für den Erziehungsalltag und stärken letztendlich die Beziehung zu ihren Kindern.

„Gerade durch Corona haben wir in den letzten Monaten eine Art Kontrollverlust erlebt, der unser Leben stark verändert und eingeschränkt hat. Das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit in den Familien wieder zu stärken ist daher eine wichtige Aufgabe. KiFa bietet Eltern genau das, nämlich sich selbst im sicheren und vertrauten Rahmen so einzubringen und mit zu gestalten, dass Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen und Elternkompetenzen wachsen und alle gegenseitig voneinander profitieren.“

Wir danken Frau Hämmerle sehr für dieses Statement. Den kompletten Brief können sie hier lesen.