Infoveranstaltungen Projekt:Kultur im Februar und April

Digitale Infoveranstaltung zu Projekt:Kultur am 07. Februar und 11. April 2024

Was ist Projekt:Kultur? Wir informieren!

In zwei digitalen Infoveranstaltung möchte die NEUMAYER STIFTUNG interessierten Schulleiter:innen, Lehrer:innen, Expert:innen und Kulturschaffenden das Förderprogramm Projekt:Kultur – Kulturarbeit an Schulen vorstellen.

Folgende Fragen wollen wir erläutern und beantworten:  

  • Was ist Projekt:Kultur?
  • Warum Projekt:Kultur?
  • Wer kann sich bewerben und wie?
  • Wie sind die Teilnahmebedingungen?
  • Wie läuft das Auswahlverfahren?

Darüber hinaus möchten wir in die Praxis gehen und Ihnen zwei Projekte vorstellen, die in diesem Schuljahr 2023/2024 im Rahmen von Projekt:Kultur realisiert wurden.

Im Anschluss an die Präsentation steht genügend Zeit zur Verfügung, weitere Fragen zu beantworten.

Diese Veranstaltungstermine stehen zur Verfügung:

7. Februar 2024, 16–17 Uhr – über diesen Link können Sie sich anmelden! 

11. April 2024, 16–17 Uhr – über diesen Link können Sie sich anmelden! 

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an: projekt-kultur@neumayer-stiftung.de

     

    Hauptsache Glück – Die Schule mit der Glücksagentur

    Hauptsache Glück – Die Schule mit der Glücksagentur

     

    Die Montessorischule Hausham nördlich vom Schliersee in Bayern und das engagierte Lehrerteam um Schulleiterin Mira Kammerer, Projektleiterin Louise Brand, Lehrerin Veronika Messert und Expertin Lydia Starkulla hat mit den Schüler:innen der 9. und 10. Klasse das Glück in die Schule gebracht.

    Lesen Sie, was die Schule in den zwei Projektwochen mit abschließender Aufführung erlebt hat:

    Hauptsache Glück! – Wir, das Lehrerteam und die Expertin, waren sehr glücklich, dass wir, unterstützt durch die NEUMAYER STIFTUNG, erneut ein großes Theaterprojekt starten konnten!

    Im vergangenen Schuljahr hatten wir in unserer Pilotgruppe bereits die großen Effekte für die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen erlebt. Nun konnten wir daran anknüpfen. Sich selbst in Sprache, persönlichem Ausdruck und in einer „ernsthaften Herausforderung“ zu erleben, hat Spuren hinterlassen. Dies zeigte sich auch darin, dass, mit einer Ausnahme, alle Schülerinnen und Schüler des Vorjahres der Aufführung beiwohnten und die Freude mit ihren ehemaligen Mitschüler:innen teilten. Lisa, eine Schülerin des vergangenen Jahrgangs, reflektierte ihre persönlichen Erinnerungen und Erkenntnisse in unserem Beisein eindrücklich.

    Basierend auf unseren Erfahrungen planten wir den diesjährigen Ablauf etwas anders. Unsere Expertin wählte ein passendes Stück aus, nachdem die Schülerinnen und Schüler nach ihren Wünschen befragt worden waren. Sie bearbeitete dieses im Hinblick auf die teilnehmende Gruppe. Die Jugendlichen konnten das Stück mit vielfältigen Ideen gestalten und bereichern.

    Kurz zum Inhalt des Stückes (von Sabine Hrach, bearbeitet von Lydia Starkulla):

    Der Geschäftsmann Felix von Gluck verkauft Glucks-Bier und verdient dabei sehr viel Geld. Doch ein Imagewechsel soll her, also kauft er eine insolvente Glückskeksfabrik. Er engagiert Berater, die mit Werbespots versuchen, Bier und Kekse unter die Leute zu bringen.

    Aber er selbst fragt sich: „Was ist eigentlich Glück und wie bekomme ich es?“

    Er lernt Bea Lassleben kennen, die eine Glücksagentur leitet. Hier forscht sie zum Thema Glück.
    Nach anfänglicher Skepsis finden Bea und Felix immer mehr Gefallen aneinander, bis sie sich ineinander verlieben. Doch Felix versucht, sein privates Glück in einem Werbespot zu erfassen und verärgert damit Bea.

    Gar nicht so leicht, sein Glück zu benennen und zu finden …

    An einigen Einzeltagen im Vorfeld der Projektphase stellte unsere Expertin eine Beziehung zu den Mitwirkenden her und führte sie mit vielfältigen Spielen zu Bühnenpräsenz, Körpersprache und Stimme an die Theaterarbeit heran. Die 18 Schüler:innen der 9. und 10. Jahrgangsstufe haben sich mit dem Thema „Glück“ und der Frage: „Was macht mich glücklich?“ auseinandergesetzt. Ganz ohne Vorlage konnten sich die Jugendlichen so dem Thema nähern.

    Die inhaltliche Arbeit am Stück erfolgte. Rollenwünsche wurden erfasst, eine Rollenverteilung wurde vorgenommen. Alle Jugendlichen konnten sich auf das Thema einlassen und waren mit Spaß dabei!

    Ein Fotograf nahm ganz besondere Bilder von den Jugendlichen auf: Alle durften einen Gegenstand mitbringen, der ihr Glück repräsentiert. Es wurden „Glücksbilder“!

    Im Dezember startete die große Projektphase, diesmal mit einer Theaterwoche, die wir im Schullandheim Berchtesgaden verbrachten. Ganz ohne Ablenkung und zusätzliche Termine begann die intensive Probenarbeit. Sogar die Handys waren zuhause geblieben!

    Anhand eines Probenplanes wurde in Kleingruppen am Stück gearbeitet.

    Während kleiner „Ermüdungsphasen“ lernten wir, uns an dem Motto „Trust the Process“ zu orientieren.

    Impulse werden gesetzt, Erfahrungen werden gemacht und Samen werden gesät, deren Wirkung oft erst zu einem späteren Zeitpunkt spürbar oder erkennbar wird. Und trotzdem haben sie einen unschätzbaren Wert …

    Parallel zu den Proben haben die Schüler:innen, die gerade nicht im Einsatz waren, Schachteln für unsere Glückskekse gefaltet, Sprüche vorbereitet und die kleinen Präsente zusammengefügt. Hier konnten die Schüler:innen sich unterhalten, sich über das Stück, die Proben und Fragen austauschen und zwischen den Proben abschalten. (Die Glückskeksschachteln wurden am Ende des Theaterstücks an die Besucher verteilt).

    In der Folgewoche konnten wir drei Probentage im Bauerntheater Schliersee im altehrwürdigen, wunderschönen Rahmen verbringen. Die Theaterumgebung trug dazu bei, dass das Theaterstück weiter an Form gewann.

    Nun kam der 21.12.2023, der Aufführungstag: Am Morgen fand eine öffentliche Generalprobe mit jugendlichen Gästen aus unserer und anderen Schulen statt. Der Premiere am Abend stand nichts mehr im Wege …

    Im Eingang des Theaters wurden die Zuschauer:innen von 18 glücklichen Gesichtern auf großformatigen Fotos begrüßt. Im von den Schüler:innen gestalteten Programmheft wurden die Akteur:innen vorgestellt.

    Die Vorstellung wurde ein voller Erfolg! Der Applaus war groß, viele positive Rückmeldungen erreichten uns. Am Ausgang konnten die Zuschauer:innen eine der von den Jugendlichen angefertigten Glückskeks- Schachteln in Empfang nehmen.

    Nach einer kleinen Feier und Reflexion sind wir alle richtig glücklich und beseelt in die Ferien und das neue Jahr gestartet …

    Im Moment befinden wir uns in einer intensiven Vorbereitungsphase auf die anstehenden Prüfungen. Immer wieder einmal wandert das Blick der Jugendlichen zu einem Plakat der Glücksagentur, das im Klassenzimmer steht. Eine Glücks- Bierflasche wird in die Hand genommen. Gerne würden wir Gedanken lesen können …

    Eine Rückschau:
    Unsere Erfahrungen das Vorjahres haben uns sehr geholfen, in diesem Jahr das Projekt zu gestalten. Die Schullandheimwoche war ein entscheidender Bestandteil, den wir beibehalten werden. Hinsichtlich des Aufwandes für Expertin, Fotograf, Material, Theater kalkulierten wir innerhalb des vorhandenen Rahmens. Die Arbeit innerhalb des „bewährten Projektteam“ funktionierte einwandfrei und machte großen Spaß!

    Die Eltern der Schüler:innen standen dem Projekt in diesem Jahr ebenfalls sehr positiv gegenüber.

    Wir freuen uns sehr auf das nächste Projekt, für das schon weitere Ideen im Entstehen sind!

    Wir danken der Montessorischule Hausham für diesen tollen Bericht. Bei Fragen können Sie, liebe Newsletterabonnent:innen, sich sicher an die Schulleiterin Mira Kammerer oder an die Projektleiterin Louise Brand wenden.

    Sunny Side Up – der zweite Aufschlag der Ev. Schule Köpenick

    Sunny Side Up – der zweite Aufschlag der Evangelischen Schule Köpenick

     

    Jakob W.: „Es hat Spaß gemacht, weil es die Kreativität gefördert hat.“

    Lotte K.: „Ich fand es cool und abwechslungsreich, weil wir viel selbständig machen durften.“

    Ruben K.: „Mir hat das Filmprojekt gut gefallen, weil man neue Sachen kennengelernt hat, z.B. Schnittprogramme.“

    Elly O.: „Was war gut? Das Drehen, allein, selbst schneiden und ohne Noten. Was war nicht so gut? Zu wenig Zeit.“

    Jeremy J.: „Ich fand das Projekt einfach gut, da ich mir Kernkompetenzen wie Deadlines einhalten, Kommunikation in der Gruppe, Organisation und Filmgrundlagen aneignen konnte. Und dabei hatte ich auch noch Spaß.“

    Benno K.: „Am besten hat mir das selbständige Filmen und das Cutten mit den Profis gefallen.“

    Dies ist nur eine kleine Auswahl an Rückmeldungen von den Schüler:innen der zehnten Klasse der Evangelischen Schule in Köpenick, die in diesem Jahr das Handwerk der Improvisation und des Humors erlernt haben. Es ist ein Kurzfilm entstanden.

    Die Evangelische Schule in Köpenick hat nach der Teilnahme im Schuljahr 2022/2023 abermalig eine Förderung von € 10.000 für ihr neues Projekt „Sunny Side Up“ erhalten. Mit positiven wie negativen Erfahrungen mit der Projektarbeit aus dem ersten Jahr haben Schulleitung, Projektleitung und externe Expert:innen in diesem Jahr ein „noch nachhaltigeres“ Kulturprojekt mit den Zehntklässlern realisiert. Diese Form der Projektarbeit soll nun fester Bestandteil des Curriculums werden.

    Ein Frage-und-Antwort-Bericht der Schule zeigt sehr gut den Verlauf des Projektes:

    Was war das übergeordnete Ziel des Projekts?

    Ziel des „Humor-Projekts“ SUNNY SIDE UP war es, die kaum überblickbaren großen Probleme einmal außer Acht zu lassen und stattdessen Gemeinsamkeit sowie Alltagsfähigkeiten wie Witz, Agilität, Improvisations- und Kommunikationsfertigkeiten zu fördern. Humor sollte als Haltung zur Welt und als ein Handwerk erkundet werden.

    Welche konkreten Ziele wurden für das Projekt definiert?

    Das Handwerk der Improvisation und des Humors zu erlernen,

    •  um freie Spielsequenzen zu entwickeln,
    •  diese umzusetzen,
    •  diesen Prozess zu filmen,
    • einen Kurzfilm (Schnitt, Vertonung, Trick) daraus zu machen.

      Prinzipiell ging es darum, innerhalb des thematischen Rahmens „Humor-Projekt“ Kenntnisse und Fertigkeiten im Film (Entwicklung des Inhalts, dramaturgisches Konzept, inhaltlich-gestalterische Umsetzung in Schauspiel, Kamera, Bild, Ton, Geräusche, Animation, Filmmusik, Filmschnitt, Post-Produktion allg. einschließlich Werbung, Trailer, Filmplakat) zu entwickeln und zu erproben und das komplexe, auch sozial herausfordernde Zusammenspiel aller Gewerke im Film tatsächlich zu erleben.

    Welche Schritte waren erforderlich, um das Projekt umzusetzen?

    Wir haben zunächst im Team des Fachbereichs Kunst die Idee entwickelt, um dann in den Fachbereichen Darstellendes Spiel und Musik nach „Verbündeten“ zu suchen. Nach der Ideenfindungsphase wurden die externen Experten, die Impro-Theatergruppe „Gorillas“ sowie die Filmeditor:innen Matthias Costantini und Regina Bärtschi angefragt, welche sich die Zeiträume für die Projektarbeit jeweils freihalten mussten, bzw. andere Vorhaben umplanten.

    Nachfolgend wurden im schulischen Bereich die technischen Gegebenheiten überprüft und erweitert. Durch Aus- und Umplanungen während der Arbeitswochen waren wir Lehrerinnen und Lehrer in die Lage, die externen Experten in der Arbeit mit 90 Schüler:innen zu unterstützen sowie inhaltliche Teilbereiche wir Kamera, Filmmusik und Animation selbst anzuleiten. Für die Durchführung dieses umfänglichen und komplexen Projekts mit insgesamt elf gemischten Großgruppen aus insgesamt drei Klassen eines Jahrgangs waren folglich deutlich mehr als drei Externe Expert:innen nötig.

    Welche Ressourcen wurden benötigt?

    Personell waren in der ersten Woche sieben Schauspielerinnen und Schauspieler sowie temporär fünf Kolleginnen und Kollegen (Deutsch, 2x Kunst, 2x Musik) im Einsatz. Die zweite Projektwoche gestalteten ein Projektleiter Schauspiel, zwei Filmeditor:innen und die genannten fünf Kolleg:innen aus den Fachbereichen (temporär).

    Mithilfe des Fördervereins und privater Spenden sowie Zuwendungen des Schulträgers konnten wir bereits im Vorjahr einfaches Video- und Audioequipment erwerben und für unsere Zwecke nutzbar machen. Darüber hinaus haben wir mit den Devices der Schüler:innen (Handy, private Laptops, Standrechner) gearbeitet. Geschnitten, vertont etc. wurde mit Freeware. Seit 2023 verfügt der Fachbereich Kunst über 31 iPads. Als Programm für Animationen wurde hier auf Procreate zurückgegriffen.

    Die Zuwendung der NEUMAYER STIFTUNG benötigten wir für die Honorare der „Externen“.

    Welche Ergebnisse wurden im Rahmen des Projekts erzielt?

    Die Schülerinnen und Schüler entwickelten mit Unterstützung der „Gorillas“ das Drehbuch-Konzept für einen Kurzfilm, den sie nachfolgend gemeinschaftlich realisierten.

    Welche Endprodukte brachte das Projekt hervor und wie werden diese in den Schulalltag integriert?

    Die Kurzfilme wurden zum jetzigen Zeitpunkt in einer Kinovorführung zum Ende des Projekts gezeigt. Der Schulöffentlichkeit, den Eltern, Kolleg:innen und Interessenten wurden die Ergebnisse zum Tag der offenen Tür vorgestellt.  Ein Elternabend mit Filmgespräch wird zum Zeitpunkt von Schüler:innen vorbereitet.

    Wurden alle definierten Ziele erreicht? Falls nicht, welche Abweichungen gab es?

    Es wurden alle Ziele erreicht, die Zeit für die Filmproduktion (Drehprozess und Postproduktion) war allerdings knapp.

    Welche Learnings konnten Sie für die Klassengemeinschaft mitnehmen?

    Die Klassengemeinschaften haben in einem frei wählbaren zeitlichen und organisatorischen Rahmen sowohl klassenübergreifend als auch klassenintern an einem eigenen Produkt arbeiten können, was ein außerordentlich hohes Maß an Verantwortung und intrinsischer Motivation für den:die Einzelne:n und die Gruppe bedeutete. Dass die Gruppen vollverantwortlich prozess- und produktorientiert arbeiten konnten, ist eine Arbeitssituation, die im schulischen Rahmen nicht häufig entsteht, jedoch von hohem Wert ist. 

    Welche Reaktionen hat das Projekt bei den Schüler:innen ausgelöst?

    Ganz überwiegend Interesse und Lust am Arbeiten.

    Welchen Input konnte der:die externe Expert:in beisteuern? Wie verlief die Zusammenarbeit?

    Die Zusammenarbeit mit den Expert:innen verlief sehr gut und für beide Seiten äußerst erfolgreich.

    Die Schüler:innen waren und sind im hohen Maße daran interessiert, mit Profis zu arbeiten, die neben dem theoretischen und praktischen Wissen zur Sache immer auch weitere Kenntnisse zu den Berufen vermitteln. Wir als Schule können uns darüber hinaus ein Netzwerk an Expert:innen aufbauen.

    Gab es einen besonders schönen oder einprägsamen Moment, der Ihnen aus dem Projekt im Gedächtnis geblieben ist?

    Ganz sicher die Filmpremiere von „SUNNY SIDE UP“ im Kino „Union“ in Berlin-Friedrichshagen.

    Wie wurden alle Schüler: innen gleichwertig in das Projekt integriert?

    Die Arbeit in Filmteams und eine multiple, agile Aufgabenverteilung machte es möglich, dass alle Schülerinnen und Schüler im Projekt gut beschäftigt waren.

    Welche Aufgaben gab es im Projekt und wie wurden diese verteilt?

    Die Aufgaben richteten sich ganz nach den Erfordernissen des Produktionsstands. Sie wurden in der Vorbereitung, während der Stoffentwicklung, bereits grob verteilt und organisiert und nachfolgend in den Gruppen modifiziert. Bei Aufgaben, die technische Vorkenntnisse erforderten (Grundlagen des Filmschnitts), wurde darauf geachtet, dass in jeder Gruppe ein gruppeneigene:r Mentor:in zur Verfügung stand.

    Welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen traten während des Projekts auf und wie wurden diese bewältigt?

    Für die Schülerinnen und Schüler: ihre Ideen auf Machbares zu reduzieren und mit der Menge an gedrehtem Material umzugehen.

    Für das Projektteam: den Überblick zu behalten. Es war organisatorisch und personell außerordentlich herausfordernd, über einen Zeitraum von neun Unterrichtstagen jeden Tag mit ca. 90 Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Das Organisatorische und die Beziehungsarbeit konnten von Extern nicht geleistet werden. Die beteiligten Kolleg:innen mussten folglich strukturieren, Zeitpläne machen, Materialien bereitstellen, ausgeben, warten, montieren und reparieren etc., Anwesenheiten kontrollieren und fachlich helfen.

    Wie war die Zusammenarbeit im Projektteam?

    Die Zusammenarbeit im Projektteam war anregend und engagiert und es gab keine Schwierigkeiten.

    Wie sehen Sie die Zukunft des Projektes?

    Für uns ist dieses Projekt, das wir nun in veränderter Form bereits ein zweites Mal durchführen konnten, ein außerordentlicher Gewinn an vernetztem Lernen in seiner besten Form.

    Können Sie sich vorstellen, das Projekt mit einem zukünftigen Jahrgang fortzuführen?

    Wir können uns sicher vorstellen, das Projekt mit einem zukünftigen Jahrgang fortzuführen, hier haben wir auch schon neue potenzielle Kooperationspartner in schulischen Fachbereichen gefunden, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht integriert waren. Erfreulicherweise hat sich ein starkes Interesse an dieser zunächst „experimentellen“ Projektarbeit entwickelt; Arbeitsethos, intrinsische Motivation, der Lernprozess und die Ergebnisse konnten überzeugen.

    Was würden Sie anders machen/Was würden Sie beibehalten?

    Wir werden auf jeden Fall dieses Projekt weiterhin im Block durchführen, um eine intensive und ungestörte Arbeitssituation zu schaffen. Diese genauestens zu gliedern, um allen Schülerinnen und Schülern zu jeder Zeit die gleichen Möglichkeiten zu geben, bleibt für uns eine Herausforderung. Wir konnten bereits in diesem Jahr vernetzter und komplexer arbeiten als im Jahr zuvor. Es bleibt aber ein Lernprozess.

     

    Wir danken der Evangelischen Schule in Köpenick für diesen tollen Bericht. Bei Fragen können Sie, liebe Newsletterabonnent:innen, sich sicher an den Schulleiter Herrn Tiedje oder an die Projektleitung Frau Geiling wenden.

    Im Netz werken und wirken – Austausch über den Stand von Projekt:Kultur

    Im Netz werken und wirken – Austausch über den Stand von Projekt:Kultur im neuen Jahr

     

    Was haben ein Luftballon, ein Blumentopf, ein Streichholz, ein Fragezeichen und eine Baumscheibe gemeinsam?

    Es sind Gegenstände, die die Teilnehmer:innen unserer beiden digitalen Netzwerkveranstaltungen am 18. und 19. Januar 2024 mitbrachten. Die Teilnehmenden nahmen als Vertreter:innen der 27 Schulen, an denen Projekt:Kultur in diesem Jahr durchgeführt wird, an den Online-Netzwerktreffen teil. Und nicht nur die Schulleiter:innen und Projektleiter:innen, sondern auch die Expert:innen waren gebeten worden, mit ausgewählten Gegenständen den momentanen Stand ihres Projektes zu verdeutlichen.

    So zeigte die Montessorischule in Neubiberg einen nicht mehr ganz prall gefüllten Luftballon – Sinnbild für die von Schüler:innen der 8. Klasse entwickelten Tanzperformance „Leichtigkeit des Seins“, die sehr erfolgreich aufgeführt wurde. Die Luftballons waren Bestandteil der Aufführung gewesen.

    Die Theodor-Fliedner-Schule aus Wiesbaden zeigte ein Streichholz, denn die Achtklässler:innen stehen in den Startlöchern, ihr Projekt zu zünden und an die Werkbank zu gehen, um mit dem Projekt „Hand.Werk.Kultur. Wir gestalten Schule selbst“ loszulegen.

    Die Gesamtschule am Gluckenstein aus Bad Homburg demonstrierte mit einem Blumentopf, dass die Schüler:innen ihre Samen gesetzt haben und gespannt sind, was daraus mit den Expert:innen in ihrem Projekt „Open Space Handwerk“ erblühen kann.

    Die Herzog Bernhard-Schule aus Römhild brachte ein großes Fragezeichen mit, denn ihr Theaterprojekt „PILGRIM – Die Suche nach dem Ich“ zusammen mit dem Staatstheater Meiningen steckt in der Planung fest – unerwartete Probleme haben sich ergeben, die nun erstmal gemeinschaftlich gelöst werden müssen.

    Die Integrierte Gesamtschule in List bei Hannover schaltete sich aus einem Atelier zu – der mitgebrachte Gegenstand war eine große Baumscheibe. Ihr Projekt „Baumdorf am Dorfbaum“ ist in der Planungsphase für die Siebtklässler:innen: Um den Dorfbaum als Ort des Austausches soll sich im Sommer versammelt werden, doch der Baum ist morsch und das Projekt muss nun umgeplant werden. In unterschiedlichen Workshops wird das Thema Baum im Mittelpunkt stehen und das erarbeitete Wissen wird anschließend in die Gemeinschaft getragen.

    Die Schulen haben freie Hand, wann sie ihr Projekt während des Schuljahres durchführen wollen. So ergeben sich ganz unterschiedliche Zeitschienen.

    In verschiedenen Breakout Rooms diskutierten die Teilnehmer:innen der beiden Netzwerkveranstaltungen später in kleinen Gruppen, was sie bei der Präsentation der anderen Schulen wahrgenommen hatten – und was sich daraus an Erkenntnissen wohlmöglich ableiten lässt.

    Im gemeinsamen Plenum wurden dann zentrale Ergebnisse zusammengetragen:

    • Alles ist irgendwie wie Romeo & Julia. Ein Hoch und Nieder.
    • Ein Projekt 2 Wochen am Stück durchzuführen ist ein Gewinn, die Energie aller reicht genau für diesen Zeitraum.
    • Das Mitbestimmungsrecht der Schüler:innen ist ein großer Anker von Projekt:Kultur und ist eminent wichtig.
    • Projekt:Kultur führt auch zu emotionalen Achterbahnen bei allen Beteiligten. Genau das ist aber Teil von Projektarbeit und darf eben auch stattfinden.
    • Ein durchgeführtes Projekt dieser Größe hinterlässt bei den Schüler:innen einen hohen Erinnerungswert, der auch nach der Schulzeit im Gedächtnis bleibt.
    • Projektarbeit ist ein Prozess: Diese Erkenntnis, dass etwas entsteht und nicht alles fertig ist, erfahren die Schüler:innen selten im klassischen Schulsystem, hat aber einen deutlichen Lerneffekt.
    • Projekt:Kultur hat einen hohen Nachhaltigkeitswert: Das Erlebte wirkt nach, auch wenn das Projekt längst abgeschlossen ist.
    • Die externen Expert:innen öffnen den Lehrer:innen die Augen: Externe Ressourcen und Expert:innen sind äußerst hilfreich. Insbesondere die Lehrer:innen lernen sehr viel in einer neuen Introspektion und haben danach einen anderen Blick auf ihre Schüler:innen.
    • Veränderung des Denkens an der Schule: Bei vielen Schulen ist das Thema Projektarbeit in den Köpfen der Lehrer:innen angekommen und die Notwendigkeit dieser Form des Lernens wird jetzt positiv bewertet.
    • Es gibt immer auch das Risiko des Scheiterns bei einem Projekt. Das ist es unter anderem, was Energie und Ernsthaftigkeit erzeugt, oder anders ausgedrückt: Kann vielleicht nur gelingen, was auch scheitern darf?
    • Externe Expert:innen sind für Schüler:innen wichtig, denn diese sprechen und denken aus ihrem professionellen Wissen heraus und erst in zweiter Hinsicht pädagogisch. Es ist ein neugieriges und offenes Aufeinander-Zugehen, stellen viele Schulen fest.

    Der Wunsch nach regelmäßigem Austausch besteht und soll auch weiterhin zur gegenseitigen Bestärkung im eigenen Tun genutzt werden.

    Luise Gutsche, Barbara Riekmann und Ulrike Kegler bedanken sich bei allen teilnehmenden Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus der Schweiz für die beiden intensiven und bestärkenden ersten beiden Netzwerktreffen der Nord- und Südschulen. Auch wir arbeiten in Projekt:Kultur prozessorientiert, mit großen Zielen und ständigen Neujustierungen.

    HIER  finden Sie eine Liste aller teilnehmenden Schulen.

    Projekt:Kultur an der Integrierten Gesamtschule Rodenberg

    Wandmalerei gegen Rassismus öffnet Achtklässlern die Augen

    Die Integrierte Gesamtschule Rodenberg ist eine der 27 Schulen, die eine Zusage für die Förderung von Projekt:Kultur im Schuljahr 2023/2024 erhalten hat. Direkt zu Beginn des Schuljahres konnte das Projekt „Wandmalerei gegen Rassismus: Street Art/Grafitti“ in der Jahrgangstufe 8 durchgeführt werden.

    In der IGS Rodenberg, eine Schule westlich von Hannover gelegen, findet Projektunterricht aufgrund der vielen Vorgaben durch das Curriculum an der Schule leider nur in sehr kleinem Rahmen statt und ist ein Randphänomen. Als die Schule den Zuschlag für die Realisierung von Projekt:Kultur erhalten haben, war die Freude daher besonders groß.

    Idee war, das Treppenhaus des achten Jahrgangs neu zu gestalten, denn es wurde zuletzt vor ca. 25 Jahren neugestaltet. In dieser langen Zeit haben sich etliche Schüler:innen durch Kritzeleien an den Wänden verewigt. Besonders schockierend waren hierbei Schmierereien wie „Hitlerbärte“, welche die zahlreichen Verbrechen durch die NSDAP und deren Anhängerschaft verharmlosten und täglich zu sehen waren.

    Insgesamt umfasste die Dauer des Projekts zwei Wochen, die wie folgt strukturiert und organisiert waren:

    In der ersten Woche des Projektes haben sich die Schüler:innen mit rechtsextremen Zeichen und Symbolen sowie Spuren der Nazis in der heutigen Zeit beschäftigt. Im Anschluss haben sich die Schüler:innen mit der Historik und vor allem der aktuellen Graffitiszene auseinandergesetzt. Zur aktiven Gestaltung fand ein Ausflug nach Hannover statt und es wurden Mahnmale und Orte angesehen, die sich mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen und den Geschichten dahinter wurde auf den Grund gegangen. Des Weiteren schaute sich die 8. Jahrgangsstufe Graffitis in der Landeshauptstadt an. Besonders beeindruckend war das sehr große Graffiti des Künstlers, mit dem das eigene Treppenhaus gestalten werden würden.

    In der zweiten Woche kamen die Graffiti-Künstler Jascha Müller und Michael Schumacher an die Schule. Zu Beginn lernten die Schüler:innen etwas über die Entstehung und Geschichte der Graffitikunst, welche eine der polarisierensten und zeitgenössischsten Künste weltweit darstellt, kennen.

    Sie entwarfen in Eigenarbeit Ideen und anschließend Motive, um die Wände des nun geweißten Treppenhauses neu zu gestalten.

    Danach ging es schon los und der Umgang mit der Spraydose und Graffitistiften konnte erprobt werden. Schneller als vermutet ging es dann an die Wände. Die Profis gaben Richtlinien vor und die Schüler:innen legten sofort los und setzten ihre Ideen in die Tat um. Zunächst fiel es den Achtklässler:innen schwer, die Motive nach ihrem Anspruch zu realisieren. Im Laufe der Woche, auch unter Mithilfe von Jascha und Michael, sind die Ergebnisse jedoch immer besser und abschließend wirklich umwerfend geworden! Regelmäßige Austauschrunden am Ende des Tages zur gemeinsamen Planung des weiteren Vorhabens waren Teil des Projekts Die Schüler:innen lernten skizzieren, planen, Kompromisse in der Gruppe finden und annehmen, Kritik ertragen und umsetzten.

    Die gesamte Schulgemeinschaft freut sich über das neu gestaltete Treppenhaus im Graffitistil. Die Motive stehen gegen Rassismus und Diskriminierung und für Toleranz und Offenheit. Diese Aussagen werden den Schüler/innen nun die nächsten 25 Jahre und hoffentlich darüber hinaus verdeutlichen, dass sich die Taten der Nazis niemals wiederholen dürfen und rechtsextremes Gedankengut sowie Ausgrenzung an der Integrierten Gesamtschule Rodenberg keinen Platz hat.