EINZELFALLHILFE

Wir wollen Menschen in größter Not helfen und, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, da sein.

Constanze Blank, Sozialarbeiterin

Projektträger:

Caritasverband Kinzigtal e.V. und Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau

Jeder Mensch kann plötzlich in Not geraten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Um zu verhindern, dass Menschen durch eine oft unverschuldete Notsituation wie Unfälle, Krankheiten oder Schicksalsschläge in Schwierigkeiten kommen und gänzlich abrutschen, bieten Caritasverband Kinzigtal e.V. und Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau unbürokratisch und kurzfristig Einzelfallhilfen an, wenn es keine andere (staatliche) Hilfe gibt.

Ich finde das Projekt sehr gut. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie gut die Zusammenarbeit mit der Stiftung ist, um Menschen in Notlagen nachhaltig und unbürokratisch zu helfen. Besonders beeindruckt mich die schnelle und unkomplizierte Abwicklung sowie die Offenheit und die lösungsorienierte Arbeitsweise bei schwierigen Fällen.

Katja Buß, Sozialpädagogin, Diakonisches Werk Hausach

Projektbeschreibung:

Für Menschen in Not bietet das Einzelfallhilfe-Projekt eine unterstützende Hand. Für viele Notlagen gibt es keine öffentlichen Hilfsangebote und bürokratische Hürden verhindern oft eine rechtzeitige Hilfe – an dieser Stelle greift die Einzelfallhilfe von Caritas und dem Diakonischem Werk. Die Hilfe erfolgt bedarfsgerecht und soll dazu dienen, den Menschen in seiner Selbsthilfe zu unterstützen. Die Mitgestaltung der Betroffenen wird gefordert und gefördert.

Fall „Mobilität“

Eine alleinerziehende Mutter von vier Jungen im Alter zwischen drei und vierzehn Jahren brauchte dringend Unterstützung. Sie lebte nach der Trennung von ihrem suchtkranken Ehemann am Ortsrand bei ihrer Mutter. Das Auto war das einzige Verkehrsmittel, mit dem sie zu ihrem ehrenamtlichen Engagement bei der Nachbarschaftshilfe gelangen konnte, die ihr viel bedeutete. Das Auto musste dringend repariert werden, um eine TÜV-Plakette zu bekommen. Die ganze Familie war durch die mangelnde Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel angewiesen auf das Familienauto. Von Unterhaltsvorschuss und Hartz4 konnte die Mutter die Reparaturen nicht bezahlen. Die NEUMAYER STIFTUNG übernahm die Reparaturen, um der Familie in der schwierigen Lebenssituation zur Seite zu stehen.

Diakonisches Werk
Die Kirchliche Allgemeine Soziale Arbeit (Einzelfallhilfe) öffnet Räume, die es Ratsuchenden ermöglicht, Fragen, Unsicherheiten oder auch Widersprüche bei der Lebensgestaltung zu klären. Sie knüpft an den Kompetenzen der Ratsuchenden an und befähigt sie, sich für Veränderungen ihrer Lebenssituation selbst einzusetzen. Sie sorgt für Rückhalt, stellt Informationen bereit und leistet konkret Hilfestellung. Die Beratenden verfügen über Methoden und Fähigkeiten, vertrauensvolle Kontakte herzustellen und die Handlungsfähigkeit Ratsuchender zu stärken.

Caritas
Wir sind immer da, wenn Hilfe nötig ist.

Mission Statement

Projektziele:

Menschen in Krisen- und Außnahmesituationen eine helfende Hand bieten und ihnen genau die Unterstützung in einem Notfall zukommen zu lassen, die es ermöglicht, dass sie selbst aktiv weiter an einer Verbesserung ihrer Situation arbeiten können.

Projektort:

Ortenaukreis, Baden-Württemberg

Projektstart:

2008

Zielgruppe(n) des Projekts:

Alle Menschen in Notlagen

Fall „Zusammenführung“

Ein Ehepaar konnte sich über viele Jahre nicht sehen, weil die Frau sehr weit entfernt lebte und keine finanziellen Mittel für ein Flugticket vorhanden waren. (Die Frau war wegen einer schweren Erkrankung ihres Sohnes in ihr Herkunftsland gezogen, um ihn dort bis zum seinem Tod zu pflegen.) Der Ehemann litt psychisch massiv unter der Trennung und die 60-jährige Frau hatte den sehnlichen Wunsch bei ihm zu sein. Die NEUMAYER STIFTUNG übernahm unbürokratisch die Flugkosten und ermöglichte der Frau eine Rückkehr zu ihrem Ehemann.

Fall „Kinderbetreuung“

Eine Frau, die mit ihrem vierjährigen Kind vor dem gewaltätigen Ehemann fliehen musste, fand in der Gemeinde Kinzigtal eine Wohnung. Um weitere Übergriffe des Mannes zu verhindern, mussten Frau und Kind dort anonym leben und die Diakonie wurde einbezogen, um einen Schutzraum zu gestalten, in dem sich Mutter und Kind langsam stabilisieren konnten. Eine Tagesmutter, deren Kosten anteilig von der NEUMAYER STIFTUNG übernommen wurden, betreute das Kind zur Entlastung der Mutter, die dadurch persönlich zur Ruhe kommen, Anträge stellen und sich auf Arbeitssuche begeben konnte.

Ziel der Förderung:

Für Menschen, die durch eine Notlage auf ihrem Lebensweg ins „Wackeln“ geraten, soll durch eine ausgestreckte Hand nachhaltige Unterstützung ermöglicht werden. Unbürokratisch und ohne Hürden Mildtätigkeit möglich zu machen, die Notlagen im Leben von Bedürftigen entschärft, die einen Schritt weiter führt und dabei sehr individuell auf die Lebenssituation des Menschen eingeht, ist Ziel der Einzelfallhilfe.

Art der Förderung:

Kostenübernahme je nach Bedarf

Laufzeit der Förderung:

Seit 2008; unbefristet

Fall „Mietschulden“

Eine alleinerziehende Mutter von vier Kindern (eines davon mit Schwerbehinderung) suchte die Hilfe der Beratungsstelle, weil sie sich in einer für sie alleine unlösbaren Situation befand. Sie selbst konnte aufgrund der Lebenssituation nur in Teilzeit arbeiten, hatte keine finanzielle Rücklagen und wurde nun mit einer Eigenbedarfskündigung und einer hohen Nebenkostenabrechnung konfrontiert. Die NEUMAYER STIFTUNG hat die Nebenkostenabrechnung übernommen und damit eine Konzentration auf die Wohnungssuche ermöglicht.

3 Fragen an … die Projektverantwortlichen Constanze Blank, Sozialpädagogin Caritasverband Kinzigtal e.V., Katja Buß, Sozialpädagogin, Diakonisches Werk Hausach, und Mario Herrmann, Dienststellenleiter Offenburg/Hausach

 

Wofür steht Ihr Projekt?

Constanze Blank: Wir wollen Menschen in größter Not helfen und wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, da sein.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Mario Herrmann: Wir wollen Menschen in besonderen schwierigen Lebenslagen wieder neuen Mut und Hoffnung vermitteln, so dass sie wieder handlungsfähig werden.


Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Constanze Blank: Die NEUMAYER STIFTUNG hilft schnell, unbürokratisch, konzentriert und zügig. Die Hilfe bedeutet für die Menschen eine unglaubliche Erleichterung.

Mario Herrmann: Wir erleben die NEUMAYER STIFTUNG als hilfreiche und kompetente Partnerin mit schneller und unbürokratischer Unterstützung für Menschen in Notlagen im ländlichen Raum.

Fall „Kinderfreizeit“

Kinderarmut und das Aufwachsen in problematischen Verhältnissen bedeutet in Deutschland nicht, Hunger zu leiden. Trotzdem heißt es, dass Kinder schon früh auf vieles verzichten müssen, was für Gleichaltrige ganz selbstverständlich zur Kindheit gehört. Sie leben beengt, haben wenig Geld für gesundes Essen, Freizeitvergnügen oder Urlaub. Darum veranstaltet der Caritasverband Kinzigtal e.V. jährlich eine Kinderfreizeit für Kinder aus Familien, die beim Verband Hilfe gesucht haben. Die NEUMAYER STIFTUNG übernimmt die Kosten für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung. Fernab des Alltags und des belasteten Umfeldes kommen die Jungen und Mädchen während einer viertägigen Freizeit in Hinterzarten zur Ruhe, können ihre Sorgen vergessen und in der Gemeinschaft eine gute Zeit verbringen. Für die überwiegende Mehrheit der Kinder ist diese Zeit der einzige Urlaub im Jahr, wo sie, für andere ganz selbstverständliche, Aktivitäten wie Fahrradfahren, gemeinsames Essen und Spielen genießen.

Kontaktdaten des Projektträgers:

Caritasverband Kinzigtal e.V.
Sandhaasstraße 4
77716 Haslach
Telefon: +49 (0)7832 999550
E-Mail: info@caritas-kinzigtal.de

Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchenbezirk Ortenau
Dienststelle Hausach, Körperschaft des öffentlichen Rechts
Eichenstraße 24
77756 Hausach
Telefon: +49 (0)7831 96690
Fax: +49 (0)7831 966955
E-Mail: hausach@diakonie-ortenau.de
www.diakonie-ortenau.de