Regionale Bildungs- und Ausbildungszentren – Forikolo, Sierra Leone

Regionale Bildungs- und Ausbildungszentren – Forikolo, Sierra Leone

REGIONALE BILDUNGS- UND AUSBILDUNGSZENTREN – FORIKOLO, SIERRA LEONE

Wir haben gemeinsam Lehm getragen und geformt, mit den Füßen zertreten, gelagert. Hier wurde mir klar: Wir ziehen an einem Strang. Das war ein riesengroßer Aha-Effekt und ein sehr anstrengender aber wunderschöner Moment.

Klaas Witte, Projektleiter

Projektträger:

Forikolo e.V., Leipzig

Seit 16 Jahren baut der Forikolo e.V. Schulen und Bäckereien in Sierra Leone, setzt Farm- und Agrarprojekte um und unterstützt zudem eine Klinik.

Durch die Förderung von Bildung und Erziehung, wie beispielweise durch den Bau und die Unterhaltung von Schulen, soll der Zugang von Kindern und Jugendlichen zu einer geordneten Schulausbildung und einer fundierten, fachlichen Qualifikation ermöglicht werden.

Da vor allem im Sekundarbereich Schulen fehlen, was Kindern- und Jugendlichen den Zugang zur Berufsausbildung verwehrt, wird in Mathen ein Ausbildungszentrum errichtet, das sowohl Grund-, als auch weiterführende Schule und eine Berufsausbildungsstätte beinhaltet. Eine fundierte Ausbildung und die damit verbundene Chance auf eine regelmäßige Arbeit für eine Person kann das Auskommen für eine ganze Familie sichern.

Unser Partner vor Ort ist die Forikolo Action Group. Es hat mich von Anfang an beeindruckt, wie viel Wille und Motivation hier – auch in schwierigen Situationen – an den Tag gelegt wird: Alle arbeiten gemeinsam an einer Lösung, keiner stellt sich über den anderen und es gibt eine unglaublich hohe Innovations-Lust. Durch die Arbeit von Forikolo wurde einer unserer lokalen Partner vor Ort ins Parlament gewählt, die Resonanz der Bevölkerung auf die Projekte ist sehr hoch.

Klaas Witte, Projektleiter

Projektbeschreibung:

Ein Projektkoordinator mit baufachlichem und ingenieurwissenschaftlichem Hintergrund – und einer Spezialisierung auf Wasserprojekte – begleitet und evaluiert regelmäßig vor Ort in Sierra Leone die Bauprojekte mit fachlicher Expertise.

Schwerpunkt der Arbeit ist der Bau eines Ausbildungszentrums in Mathen, mit Grund- und weiterführender Schule sowie einer Berufsausbildungsstätte. Durch die Umsetzung des Bauvorhabens mit nachhaltigen Baustoffen wird ein innovatives Modellprojekt für die Region geschaffen. (Das Bildungszentrum wird ausschließlich aus Materialien gebaut, die in der Region erhältlich und damit ohne teure Importware zu verwirklichen sind.)

 

Der Forikolo e.V. ist eine nicht-politische, nicht-konfessionell gebundene und nicht auf Gewinnerzielung orientierte Organisation.

Er ist in seiner Gesamtheit daraufhin ausgerichtet, die Not von Kindern und Jugendlichen in Sierra Leone zu lindern. Dies schließt auch die Unterstützung der Eltern dieser Kinder und Jugendlichen ein, die auf dem Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe ausgerichtet ist.

Das Bestreben des Forikolo e.V. ist es, durch eine nachhaltige Förderung des (Aus-)Bildungs-, Erziehungs-, Gesundheits- sowie des landwirtschaftlichen Bereiches, die Not der Menschen in Sierra Leone zu bekämpfen.

Mission Statement

Projektziele:

In der Berufsschule werden Möglichkeiten für junge Menschen geschaffen, einen Beruf zu erlernen, den sie in der Region ausüben können. So sollen für das Ausbildungszentrum in Mathen Ausbildungspläne für die Berufe Landwirt*innen, Schreiner*innen, Elektro- und Solarinstallateur*innen sowie Wasserbau in Kooperation mit deutschen Berufsschulen entwickelt werden.

Durch etablierte Ausbildungsstandards soll langfristig das fachliche Wissen vor Ort erweitert werden. Qualifizierte Ausbildung erweitert das Wissen der Schüler*innen, gleichzeitig werden wichtige praktische Fähigkeiten vermittelt. Diese Kompetenzen erhöhen ihre Chancen auf dem ohnehin schwierigen Arbeitsmarkt in Sierra Leone oder aber auch in anderen Ländern.

Projektort:

Mathen, Sierra Leone

Projektstart:

2018

Zielgruppe(n) des Projekts:

Zielgruppe des Projektes in Mathen sind vor allem Kinder und Jugendliche (junge Erwachsene, speziell im Sekundarbereich) aus dem Loko Masama Chiefdom.

Ziel der Förderung:

Ausbildung soll vor Ort durch die gesamte Bildungslaufbahn möglich sein – von der Grundschule bis zur erfolgreichen Berufsausbildung. Die professionelle und personelle Unterstützung des Vereins steht daher im Fokus. Die Unterstützung wird bereitgestellt, um dem Verein weiteres Wachstum zu ermöglichen und um andere Projekte umsetzen zu können, die Menschen in Sierra Leone eine Perspektive bieten können.

Art der Förderung:

Personalkosten

Laufzeit der Förderung:

Seit November 2018

3 Fragen an … Klaas Witte, Projektleiter, und Stefan Klenk, Erster Vorsitzender des Forikolo e.V.

 

Wofür steht Ihr Projekt?

Durch den Bau des Education Center in Mathen wollen wir neben dem „normalen“ Schulbau einen Schritt weiter gehen: mit dem Anschluss einer Berufsschule sollen Möglichkeiten für junge Menschen geschaffen werden, einen Beruf zu erlernen, den sie in der Region ausüben können. Unsere Vision ist, uns selbst abzuschaffen. Wir wollen eine Institution schaffen, in der man den gesamten Bildungsweg – von der Grundschule bis hin zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung – durchlaufen kann und damit eine echte Perspektive bekommt, einen Unterhalt zu verdienen.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Den Ansatz, die gesamte Bildungslaufbahn an einem Ort durchlaufen zu können, gibt es in dieser Form in der gesamten Region nicht. Um eine weiterführende Schule besuchen zu können, müssen junge Menschen oft den Ort wechseln, was mit erheblichen Problemen verbunden und für die meisten jungen Menschen nicht möglich ist – viele können sich das schlichtweg nicht leisten. Der Forikolo e.V. ist hier ausschließlich im ländlichen Raum tätig. So ein großes Bildungszentrum im ländlichen Raum zu haben ist einzigartig in Sierra Leone.

 

Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Der Forikolo e.V. hat der NEUMAYER STIFTUNG sehr viel zu verdanken. Sie hat uns dabei geholfen, den ersten Schulbau im Jahr 2005 umzusetzen, was von unschätzbarer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Vereins war. Forikolo konnte ab dem Zeitpunkt auf sein erstes Schulbauprojekt verweisen. Es war somit durch die Hilfe der Stiftung ein entscheidender Meilenstein erreicht worden. Seitdem konnten 20 Schulen gebaut werden, deren Bau teilweise auch durch die Stiftung unterstützt wurde.

Weiterhin hat uns die Stiftung über mehrere Jahre hinweg geholfen, den Verein zu professionalisieren, so dass wir auch Stellen im Verein schaffen konnten, um die große Vielzahl an Projekten zu bewältigen was durch eine rein ehrenamtliche Arbeit nicht hätte erreicht werden können. Das Verhältnis zur Stiftung ist durch große Wertschätzung geprägt. Insbesondere in der Anfangsphase ist hier der persönliche Kontakt zu Herrn Dr. Gutsche hervorzuheben, der auch mit uns vor Ort in Sierra Leone war, um sich selbst ein Bild von unserer Arbeit zu verschaffen. Ein ganz herzliches Dankeschön an die NEUMAYER STIFTUNG für die Förderung, aber auch für die ideelle Unterstützung unseres Vereins! Ohne die Stiftung wären wir mit Forikolo heute nicht dort, wo wir sind.

Erfolge/Auszeichnungen:

Verleihung des Sächsischen Bürgerpreises 2019 in der Kategorie „Global denken – lokal handeln“

Kontaktdaten des Projektträgers:

Forikolo e.V.
Erich-Zeigner-Haus
Zschoschersche Straße 21
04229 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 49243870
Fax: +49 (0)322 26814997
E-Mail: info@forikolo.de
www.forikolo.de

Schule ohne Rassismus

Schule ohne Rassismus

SCHULE OHNE RASSISMUS

Projektträger:

Ungehörig. Sozialwerk für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche Freiburg e. V.

„Ungehörig“ ist der Förderverein des BBZ Stegen – ein überregionales sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit Spezialisierung auf den Förderschwerpunkt „Hören“.

Der Förderverein engagiert sich für Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung und unterstützt diese – unabhängig davon, ob die Kinder und Jugendlichen das BBZ Stegen besuchen oder durch den Sonderpädagogischen Dienst der Schule betreut werden und allgemeine Schulen besuchen.

Projektbeschreibung:

Seit März 2016 ist das BBZ Stegen Mitglied des Netzwerkes  „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und organisiert als sog. „Courage-Schule“ jährliche Aktionstage  mit Workshops zu den Themen Diskriminierung, Zivilcourage, Demokratie, Vielfalt und Diversität.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (www.schule-ohne-rassismus.org) stellt das größte Schulnetzwerk in Deutschland – über 3.000 Schulen nehmen aktiv teil. Lehrer*innen und Schüler*innen der „Courage-Schulen“ verpflichten sich zum Engagement gegen jegliche Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund von Glauben, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht und sexueller Orientierung.

 

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.

Mission Statement

Projektziele:

Der Schulalltag soll sich in der Gestalt verändern, dass dieser von einem Klima der gegenseitigen Achtung sowie der Anerkennung individueller Eigenheiten geprägt ist –  verbunden mit einer gemeinsamen Suche nach verbindlichen Normen.

Projektort:

Stegen, Baden-Württemberg

Projektstart:

März 2020

Zielgruppe(n) des Projekts:

Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums Stegen

Ziel der Förderung:

Durchführung der Aktionstage zur Gestaltung des Schulalltages am BBZ Stegen hin zu Respekt und der Anerkennung individueller Eigenheiten und friedlicher Konflikt-
bewältigungsstrategien.

Art der Förderung:

Finanzierung der Referent*innen sowie der externen Gebärde-
dolmetscher*innen für die Aktionstage, damit die gehörlosen bzw. stark hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen vollumfänglich teilhaben können.

Laufzeit der Förderung:

März 2020 – voraussichtlich 2023

1 Frage an … Stefan Pohl, Schulsozialarbeiter


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Seit 2016 sind wir Mitglied des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und organisieren jährlich einen großen Aktionstag mit Workshops. Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler sozialverantwortlich handeln, damit sich Menschenwürde, Menschenrechte, Gerechtigkeit und friedliche Konfliktaustragung auf dem Schulgelände durchsetzen.

Kontaktdaten des Projektträgers:

Ungehörig. Sozialwerk für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche Freiburg e. V.
Erwin-Kern-Straße 1–3
79252 Stegen
E-Mail: mail@sozialwerk.eu
www.sozialwerk.eu

Pestalozzi – Systemische Elternarbeit

Pestalozzi – Systemische Elternarbeit

SYSTEMISCHE ELTERNARBEIT IM PESTALOZZI KINDER- UND JUGENDDORF WAHLWIES

Im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf untergebrachte Kinder leben zwar getrennt von ihren Eltern und wachsen in familienähnlichen Gemeinschaften heran, doch in ihrer Seele sind sie an die Herkunftsfamilie gebunden. Die Kinder und Jugendlichen brauchen Bezugspersonen, die ihre Eltern achten und würdigen und nicht wertend auf sie schauen.

Petra Bärenz, Ressortleiterin Pädagogik

Projektträger:

Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies e.V.

Das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies ist ein Ort für Kinder und Jugendliche in sozialen Notlagen. Hier finden sie Menschen, die sich ihnen zuwenden. Die familienanaloge Betreuung steht in der unabhängigen, überkonfessionellen Jugendhilfeeinrichtung am Bodensee im Mittelpunkt. Eine Schule für Erziehungshilfe und neun Ausbildungsbetriebe vervollständigen das Betreuungsangebot.

Das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf ist eine Dorfgemeinschaft, die den Kindern einen guten Entwicklungsraum anbietet. Hier werden die Kinder und Jugendlichen individuell gefördert und erleben vom Kindergarten über die Schule bis zur Ausbildung eine Erziehung von „Kopf, Herz und Hand“.

Die systemische Elternarbeit im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf schlägt eine Brücke zwischen den pädagogischen Fachkräften im Dorf und den biologischen Eltern der Kinder. Orientiert an der Bedürfnislage und den Ressourcen der Herkunftsfamilien werden die Eltern bei der Aufnahme, Erziehungsplanung und der täglichen Arbeit soweit wie möglich einbezogen. Die betreuten Kinder und Jugendlichen werden dabei unterstützt, möglichst harmonischen und engen Kontakt zu ihren Eltern haben zu können, wie er eben in allen Familien wünschenswert ist.

Die Arbeit der Elternbegleitung erleichtert die Zusammenarbeit mit den Eltern, da sie bei Konflikten und Polarisierungen entschärft. Sie entlastet uns in der Elternarbeit, da die Eltern nun eine Stelle haben, die sich gezielt um sie, ihre Probleme und deren Lösung kümmert.

Andrea Rothbauer, Pädagogische Mitarbeiterin in einem der Dorfhäuser

Projektbeschreibung:

Das Angebot der „Intensiv Systemischen Eltern- und Familienarbeit“ wurde 2016 eingeführt und soll die Zusammenarbeit zwischen Kinderdorffamilie und leiblichen Eltern unterstützen und entlasten. Eltern sollen in ihrer Verantwortung und in ihrer Beziehung zu ihren Kindern unterstützt und gestärkt werden.

Mit dem gelingenden Kontakt zu den Eltern erhöhen sich die Chancen der Kinder zur persönlichen Weiterentwicklung und damit auch einer möglichen Rückführung. Kinder und Jugendliche können sich in den Wohngruppen nur dann positiv entwickeln, wenn ihre Eltern damit einverstanden sind. Um Widerständen und Vorbehalten zu begegnen, gibt es mit der Elternbegleiterin eine Art unabhängige Unterstützung, die Schnittstelle zwischen den Herkunfts- und Betreuungsfamilien ist.

Die Schwerpunkte der systemischen Arbeit mit der Herkunftsfamilie sind Entspannung in das Familiensystem zu bringen und eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft aufzubauen. Durch Rollen- und Perspektivklärung in der Arbeit soll Erziehungskompetenz gestärkt und erweitert werden. Eine mögliche Rückführung der Kinder wird durch gezielte und individuelle Unterstützung gefördert.

„Deine Eltern bleiben Deine Eltern.“

Im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf untergebrachte Kinder leben zwar getrennt von ihren Eltern und wachsen in familienähnlichen Gemeinschaften heran, doch in ihrer Seele sind sie an die Herkunftsfamilie gebunden.

Wir brauchen die Eltern, weil wir wissen, dass sie für die Kinder und Jugendlichen zentrale, identitätsstiftende Personen waren, sind und bleiben.

Die Kinder und Jugendlichen brauchen wiederum Bezugspersonen, die ihre Eltern achten und würdigen und nicht wertend auf sie schauen, die die Lebensumstände ihrer Eltern verstehen wollen und sie gemäß ihrer Möglichkeiten in die erzieherische Verantwortung einbinden.

Mission Statement

Projektziele:

Die Verbesserung der Beziehung zwischen leiblichen Eltern und Kindern steht im Mittelpunkt des Projektes, um die elterlichen Kompetenzen wieder zu stärken, bei der Reflexion der Ursachen für die Unterbringung der Kinder im Kinderdorf zu unterstützen und bei guter Entwicklung gegebenenfalls die Rückführung in die Herkunftsfamilie anzustreben.

Projektort:

Ortenaukreis, Baden-Württemberg

Projektstart:

2016

Zielgruppe(n) des Projekts:

Kinder, Jugendliche und leibliche Eltern, die aufgrund einer Notlage in der Familie in Kontakt mit dem Kinder- und Jugenddorf gekommen sind, ebenso wie die bestehenden Kinderdorffamilien.

Ziel der Förderung:

Die NEUMAYER STIFTUNG möchte das Angebot der „Intensiv Systemischen Eltern- und Familienarbeit“ sichern und einen weiteren Ausbau ermöglichen, um zur nachhaltigen Verbesserung der Beziehung zwischen Kindern und leiblichen Eltern beizutragen.

Art der Förderung:

Förderung von Personalkosten

Laufzeit der Förderung:

Seit Dezember 2018

3 Fragen an … Petra Bärenz, Ressortleiterin Pädagogik

 

Wofür steht Ihr Projekt?

Wir verstehen Elternarbeit nicht nur als ein Angebot zur Mitarbeit, sondern auch als Weg der Wiedererstarkung der elterlichen Würde. Wir nehmen die Eltern auf Augenhöhe wahr und verstehen unsere Arbeit mit ihnen als Erziehungspartnerschaft.


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Eltern begegnen uns in verschiedenen Rollen, als Auftraggeber für eine Hilfe, als Unterstützung im Zugang zum Kind, als abwesende Fremde in einer Akte, als misstrauische oder bedürftige Suchende, als feindselige „Verhinderer“, manchmal auch als Quelle von Leid für das Kind. Immer wieder stehen wir vor der Frage, wie es uns gelingen kann, Eltern so anzusprechen, dass wir sie als Arbeits- und Erziehungspartner gewinnen können. Dazu brauchen wir eine grundlegend wertschätzende Haltung gegenüber den Eltern, fachliches Know-How, Techniken und Methoden der Gesprächsführung und kreative Ideen zur Schaffung von Begegnungsräumen. Dies zu entwickeln und zu gewährleisten ist die Aufgabe der Elternbegleiterin.


Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Die Stiftung ist inhaltlich und fachlich sehr interessiert. Die Förderung ist engagiert, nachhaltig und zukunftsorientiert, da das Angebot erhalten und ausgebaut werden soll!

In einem Fall waren die Eltern gegenüber dem Jugendamt und uns als Einrichtung der Jugendhilfe extrem negativ eingestellt. Es konnten nur zeitlich sehr begrenzte, begleitete Umgänge durchgeführt werden, die jedes Mal sehr angespannt waren und weder für die Eltern noch das Kind gut waren, so dass die Gefahr bestand, dass die Umgänge ganz eingestellt werden müssten.

Durch die intensive Arbeit der Elternbegleitung entstand nach und nach mehr Klarheit über den Grund der Unterbringung und eine höhere Akzeptanz seitens der Eltern gegenüber der Jugendhilfemaßnahme.

Nach etwa einem Jahr hat sich die Situation derart entspannt, dass mittlerweile sogar unbegleitete Besuche mit Übernachtung stattfinden können. Und alle profitieren davon.

Besonders wertvoll war der „Vätertreff“ der vor einiger Zeit zum ersten Mal stattgefunden hat. Väter haben dort nach einer Diskussion über ihre Vaterrolle unter Erwachsenen, gemeinsam mit ihren Kindern kleine Boote gebaut und in einem Bach fahren lassen. Das war für Kinder und Väter und auch für die Elternbegleitung ein absolutes Highlight, von dem die Kinder teilweise noch Monate später im Hilfeplangespräch erzählten.

Martin Heller, Erziehungsleitung (Kinderdorfeltern)

Kontaktdaten des Projektträgers:

Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Wahlwies e.V.
Pestalozzi-Kinderdorf 1
78333 Stockach-Wahlwies
Telefon: +49 (0)7771 8003123 Fax: +49 (0)7771 800320
E-Mail: m.schneider@pestalozzi-kinderdorf.de
www.pestalozzi-kinderdorf.de

talentify.me

talentify.me

TALENTIFY.ME

Projektträger:

Talentify Deutschland gGmbH

Talentify.me ist ein soziales Bildungsnetzwerk des Sozialunternehmens talentify Deutschland gGmbH. Ziel ist es, eine nachhaltige Peer-to-Peer Onlineplattform zu etablieren, das jungen Menschen dabei hilft, ihr volles Potential zu entfalten, unabhängig vom sozialen oder finanziellen Hintergrund der Familien. 

Projektbeschreibung:

Talentify.me setzt auf ein schulübergreifendes Netzwerk persönlicher Peer-to-Peer Lernhilfe unter Schülern verschiedener Jahrgangsstufen. Die Onlineplattform inkl. App erlaubt darüber hinaus Zugänge zu diversen Lernprogrammen, Stärkeprofilen, Selbstevaluierungsbögen, Informationstools zu Themen wie Schule und Lernen, Ausbildungsbörse und Berufsorientierung. 

Auf Augenhöhe lernen, Talente fördern.

Mission Statement

Projektziele:

Ziel des Projekts ist es, den Kreislauf zwischen Bildung und Armut zu durchbrechen und Jugendliche aus verschiedenen sozio-ökonomischen Schichten und unterschiedlichen Schulen miteinander zum gemeinsamen Lernen zusammenbringen, um damit Vorurteile und soziale Hürden zu überwinden. Indem die Schüler*innen die Möglichkeit bekommen, Wissen zu vermitteln, stärken diese nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen.

Projektort:

Berlin

Projektstart:

September 2020

Zielgruppe(n) des Projekts:

Schüler*innen aller Jahrgangsstufen und aller Schultypen der zukünftigen talentify.me-Partnerschulen in Berlin

Ziel der Förderung:

Die NEUMAYER STIFTUNG fördert das Projekt und ermöglicht somit, dass Kinder und Jugendliche aus verschiedenen sozio-ökonomischen Schichten zueinander finden und gemeinsamen lernen – so findet Wissensvermittlung und -stärkung statt, soziale Kompetenzen werden gefördert, Vorurteilen und sozialen Hürden entgegengewirkt.

Art der Förderung:

Finanzierung des Aufbaus der digitalen Plattform für den Großraum Berlin.

Laufzeit der Förderung:

Seit September 2020; unbefristet

2 Fragen an … Bernhard Hofer, Projektleiter


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Mit talentify verfolgen wir einen „Empowerment“-Ansatz von und für Jugendliche, die durch verschiedenste Angebote und Anreize selbst Verantwortung für sich und andere übernehmen, um so zu  Gestalter*innen ihrer eigenen Zukunft sowie eines nachhaltigen Wandels werden. talentify.me zielt dabei vor allem darauf ab, den Kreislauf zwischen Bildung und Armut zu durchbrechen und Jugendliche aus verschiedenen sozio-ökonomischen Schichten und unterschiedlichen Schulen miteinander zum gemeinsamen Lernen zusammenzubringen, um damit Vorurteile und soziale Hürden zu überwinden. In dem wir Schüler*innen die Möglichkeit geben, selbst in die Rolle eines/einer Lehrer:in zu schlüpfen, stärken diese nicht nur ihr Wissen, sondern auch ihre sozialen Kompetenzen.

Dieser Gedanke, junge Menschen über die Schule hinaus zu unterstützen und damit Lebensperspektiven zu schaffen, wird mit innovativen Programmen zur Berufsorientierung ergänzt und in Verbindung mit der Unternehmensplattform talentify.works der Kontakt zu spannenden Möglichkeiten nach der Schule hergestellt. Genau hier liegt auch unsere Vision durch die Stärkung eines gelebten Miteinander die Herausforderungen der Zukunft mit allen Stakeholdern gemeinsam und kooperativ anzugehen, sprich: Zukunft bilden.

Wir glauben, dass es darauf ankommt, dass das Individuum im Bereich von Bildung im Vordergrund steht und dieses auf seinem Weg, ein reifer Mensch zu werden, individuell dabei unterstützt wird, sich frei entfalten zu können. Es geht uns um Chancengleichheit und Teilhabe in der Welt!


Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Wir sind überaus dankbar für die Unterstützung der NEUMAYER STIFTUNG, da sie es uns ermöglicht hat, die ersten Schritte unseres Weges in Berlin zu machen. Da aller Anfang immer schwer ist, ist es umso höher zu werten, dass sich die NEUMAYER STIFTUNG unserer Sache angenommen hat und dies durch die schwierigen Umstände im Zuge der COVID-19 Pandemie auch weiterhin mit viel Einsatz und Engagement tut.

Wir erleben die Zusammenarbeit und Förderung der NEUMAYER STIFTUNG als Chance, unsere Ziele als gemeinnütziges Sozialunternehmen auch an einem neuen Ort verfolgen zu können und gemeinsam die Welt zu einem „besseren“ Platz zu machen, in dem wir Jugendliche unterstützen und motivieren, sich gegenseitig zu helfen und dadurch ihre Gemeinschaft und den Zusammenhalt nachhaltig stärken.

Ganz besonders beeindruckt hat uns, dass die handelnden Personen der NEUMAYER STIFTUNG Projekte nicht nur formal begleiten, sondern sich vor allem für die dahinter liegenden Wirkungsmechanismen interessieren, als kritischer Freund gemeinsam immer auch Themen offen ansprechen und vor allem ein offenes Ohr für auftretende Probleme und Herausforderungen haben, die im Anschluss gemeinsam erörtert und besprochen sowie einer Lösung zugeführt werden. 

Kontaktdaten des Projektträgers:

Talentify Deutschland gGmbH
Rudi-Dutschke-Straße 23
10969 Berlin
E-Mail: hello@talentify.berlin
www.talentify.me

wellcome – Bindung von Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg

wellcome – Bindung von Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg

WELLCOME – BINDUNG VON EHRENAMTLICHEN IN BADEN-WÜRTTEMBERG

Projektträger:

wellcome gGmbH

wellcome ist ein in ganz Deutschland agierendes Sozialunternehmen. Es unterstützt, berät und vernetzt Eltern, damit ihre Kinder gesund aufwachsen können.

Das Kern-Angebot von wellcome ist die „Praktische Hilfe nach der Geburt“, ein Unterstützungsangebot für Eltern durch Ehrenamtliche. Es bietet Familien Entlastung im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes, unabhängig von Einkommen, Familienstand, Nationalität oder einer nachzuweisenden sozialen oder medizinischen Indikation. 

Projektbeschreibung:

40 Teams der Wellcome gGmbH mit ihren rund 730 Ehrenamtlichen betreuen in Baden-Württemberg junge Familien in der herausfordernden Zeit nach der Geburt und leisten Hilfe, die im Alltag entlastet – so wie es sonst Familie, Freunde oder Nachbar*innen tun. Sie sorgen dafür, dass die Eltern mal wieder zur verdienten Ruhe kommen, sich dem Geschwisterkind widmen oder sich selbst mal eine kleine Auszeit gönnen können.

Aufgrund der Corona-Pandemie kam das ehrenamtliche Engagement komplett zum Erliegen. Mit dem Pilotprojekt „Digitale Umsetzung wertschätzender Maßnahmen zur Bindung Ehrenamtlicher in Baden-Württemberg“ sollen digitalisierte Maßnahmen zur begleitenden Kommunikation der Standortkoordinatoren und der Ehrenamtlichen entwickelt und erprobt werden.

 

Kindern geht es gut, wenn es den Eltern gut geht.

Mission Statement

Projektziele:

Entwicklung und Erprobung von digitalisierten Maßnahmen zur begleitenden Kommunikation der Standortkoordinator*innen und der Ehrenamtlichen zum Zwecke der Bindung von Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg in Pandemie-Zeiten.

Projektort:

Baden-Württemberg, wellcome Landeskoordinationsstelle

Projektstart:

Februar 2021

Zielgruppe(n) des Projekts:

Standortkoordinator*innen und Ehrenamtliche der wellcome gGmbH am Standort Baden-Württemberg

Ziel der Förderung:

Umsetzung des Pilotprojekts. Die Ergebnisse des Projekts sollen der NEUMAYER STIFTUNG zur Verfügung gestellt werden und können wertvolle Impulse für andere Projektpartner liefern.

Art der Förderung:

Finanzierung der digitalen Umsetzung von Maßnahmen zur Bindung Ehrenamtlicher.

Laufzeit der Förderung:

Februar 2021 – Januar 2022

2 Fragen an … Melani Arnold, Landeskoordinatorin Baden-Württemberg


Was möchten Sie mit Ihrem Projekt erreichen, welche Ziele verfolgen Sie?

Unser Angebot ist eine niedrigschwellige Hilfe, die oft Gold wert ist. Denn die ersten Wochen und Monate nach der Geburt eines Babys sind für alle Familien eine besondere Herausforderung: Unsicherheit, Schlafmangel, hormonelle Umstellungen, eifersüchtige Geschwisterkinder – selbst sonst gut funktionierende Familien geraten in dieser besonderen Übergangsphase leicht ins Straucheln, wenn kein persönliches Netzwerk hilft, den durch das Baby ausgelösten Stress zu bewältigen.

Wellcome-Ehrenamtlichen geben den Eltern kleine Auszeiten, in denen sie Kraft tanken können und vermitteln ihnen Sicherheit, indem sie ihnen als unvoreingenommene Ansprechpartnerinnen zur Seite stehen. Fachlich begleitet werden die Einsätze von der wellcome-Teamkoordination, einer erfahrenen Fachkraft, die die Familie bei Bedarf auch zu alternativen oder weiterführenden Angeboten berät.

Wie erleben Sie die Förderung der NEUMAYER STIFTUNG, wie ist Ihr Verhältnis zur Stiftung, wie würden Sie diese beschreiben?

Schon im ersten Gespräch mit den Verantwortlichen der NEUMAYER STIFTUNG gab es die durchgängige Meinung, wie wichtig Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement ist. Klassische Formate der wellcome-Anerkennungskultur wie Austauschtreffen oder Fachvorträge für Ehrenamtliche können aufgrund von Kontaktbeschränkungen derzeit nicht durchgeführt werden.

Umso größer war dann die Begeisterung, eine landesweite digitale Fortbildungsreihe für die 740 wellcome-Ehrenamtlichen zu projektieren. Dank der Unterstützung durch die NEUMAYER STIFTUNG können wir 2021 unsere Ehrenamtlichen auf eine digitale Reise mitnehmen, neue Wege beschreiten und gemeinsam einem gesellschaftlichen Trend folgen.

Kontaktdaten des Projektträgers:

wellcome gGmbH
Hoheluftchaussee 95
20253 Hamburg
E-Mail: info@wellcome-online.de
www.wellcome-online.de