Frauen in Konfliktländern siebenfach durch Pandemie benachteiligt

Die kürzlich veröffentlichte Studie Unheard Unseen: Ein Briefing zu Covid-19 des Projektpartners der NEUMAYER STIFTUNG Women for Women Intenrational macht darauf aufmerksam, dass existentielle Herausforderungen während Covid-19 vor allem für Frauen deutlich gestiegen sind.

Laut Women for Women International verstärkt die Pandemie die globale Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und das schon vorher da gewesene Machtgefälle enorm. Frauen sind weltweit sozial und wirtschaftlich am stärksten benachteiligt, am deutlichsten spürbar wird das in von Konflikt und Armut betroffenen Ländern und Regionen.

Women for Women International arbeitet seit vielen Jahren mit Frauen in Konfliktländern wie Afghanistan, Irak und Südsudan. Die NEUMAYER STIFTUNG fördert die Implementierung in der bisher nicht erreichten afghanischen Region Panjshir im Hindukusch.

„Aus unseren Projektländern wissen wir, dass Frauen in fragilen und Konfliktländern in siebenfacher Weise und unverhältnismäßig stark von den Folgen der Pandemie betroffen sind. Dieses Briefing baut auf unseren Erfahrungen und Erkenntnissen auf.“ So Caroline Kent, Direktorin Deutschland für Women for Women International in Hamburg.

Bei Ausbruch der weltweiten Pandemie war das professionelle Team durch ihr Netzwerk und die jahrelange Erfahrung in der Lage, innerhalb weniger Tage auf die Situation und die Schließung der Trainingszentren zu reagieren. Im ganzen Land konnten essentielle Schutzausrüstung verteilt und die lokale Bevölkerung für den Umgang mit dem neuartigen Virus sensibilisiert werden.

Das nun veröffentlichte Papier zeigt fünf Bereiche auf, in denen Women for Women International besonders großen Handlungsbedarf sieht. Es skizziert außerdem, wie wichtig es ist, für marginalisierte Frauen in Konfliktländern Räume zu schaffen, in denen sie ihre Erfahrungen mit anderen teilen und Einfluss auf Veränderungen nehmen können. Women for Women International arbeitet ununterbrochen daran, die Trainingszentren in Panjshir schon in diesem Monat – unter Einhaltung eines elaborierten Hygienekonzepts – wieder öffnen zu können.